Fetischisten-Shop spendet OP-Kleidung an Krankenhaus

London - Ein Online-Händler für Fetischisten hat zur Bekämpfung der Corona-Pandemie alle vorrätigen OP-Kittel an ein britisches Krankenhaus gespendet.

Was eigentlich für BDSM- und Fetisch-Fans gedacht war, spendete ein kleiner Shop nun aufgrund des unterversorgten nationalen Gesundheitswesens an ein Krankenhaus. (Symbolbild)
Was eigentlich für BDSM- und Fetisch-Fans gedacht war, spendete ein kleiner Shop nun aufgrund des unterversorgten nationalen Gesundheitswesens an ein Krankenhaus. (Symbolbild)  © 123RF/Steven Cukrov & 123RF/Milan Markovic

Zuvor hätten verzweifelte Vertreter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS sie kontaktiert, teilte die Firma MedFet UK am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Es habe sich allerdings nur um einige Sets der Wegwerfkittel gehandelt.

Der NHS ist chronisch unterfinanziert und überlastet. Viele Ärzte und auch Pflegepersonal kritisieren immer wieder, dass ihnen Schutzausrüstungen wie Kittel, Mundmasken und Schürzen fehlten.

In der Not zogen sich Krankenschwestern bereits große Müllsäcke über.

In ihrem fünfteiligen Tweet ging MedFet UK auf die Zustände im britischen Gesundheitswesen ein und äußerte sich damit erstmals politisch:

"Wenn Sie jemanden von der Regierung sehen, der sagt, der NHS bekommt alles, was er braucht, dann ist das eine LÜGE."

Und weiter: "Wenn wir - ein winziges Unternehmen, das gegründet wurde, um einen kleinen Teil der Kink-Community zu bedienen - in Krisenzeiten als letzter Ausweg für unseren nationalen Gesundheitsdienst gesucht werden, dann stimmt etwas nicht. In der Tat ist es skandalös."

Sowohl die Spendenaktion als auch die politische Anklage erhielten auf Twitter viel Zuspruch. "Wenn das alles vorbei ist, sollten wir diejenigen, die den NHS in diesen Kampf geschickt haben, nicht vergessen", so das Ende des Statements von MedFet UK.

Titelfoto: 123RF/Steven Cukrov & 123RF/Milan Markovic

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