Flashmob gegen die Corona-Krise: Staatstheater-Ensemble macht auf prekäre Situation aufmerksam

Mainz - Mit einem Flashmob haben Schauspieler, Sänger, Musiker und Tänzer des Staatstheaters Mainz auf ihre Situation aufmerksam gemacht.

Mitarbeiter, Schauspieler, Tänzer und Sänger des Staatstheater Mainz haben mit einem Flashmob darauf aufmerksam gemacht, dass das Ensemble trotz der Schließung weiter da und lebendig ist.
Mitarbeiter, Schauspieler, Tänzer und Sänger des Staatstheater Mainz haben mit einem Flashmob darauf aufmerksam gemacht, dass das Ensemble trotz der Schließung weiter da und lebendig ist.  © dpa/Andreas Arnold

Innerhalb von rund 15 Minuten spielten, sangen und musizierten sie am Dienstag bei Einbruch der Dunkelheit in und vor dem Theater in der Innenstadt.

Den Anfang von zwölf Auftritten machten Filmaufnahmen des Philharmonischen Staatsorchesters mit Beethovens 4. Symphonie. Am Ende erklang eine Sirene und ließ den beleuchteten Banner mit der Aufschrift zurück: "Vorhang zu und alle Fragen offen".

Dazwischen trug Schauspieler Henner Momann Hamlet-Verse vor, Sopranistin Maren Schwier sang aus der Fledermaus, und zwei Trompeter und Posaunisten spielten eine Fanfare. "Es wird immer wieder abgebrochen, weil wir ja nicht so richtig spielen können", erläuterte Intendant Markus Müller das Konzept der schnell aufeinander folgenden Darbietungen.

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Künstler und Theaterschaffende aus allen Sparten seien zusammen gekommen, um zu zeigen, "dass das Haus bebt". "Wenn wir dafür kämpfen, als große Kulturinstitution sichtbar zu sein, tun wir dies durchaus stellvertretend", hieß es in einer Mitteilung des Theaters zu der Aktion. Es gehe um Wahrnehmung, Wertschätzung, Lebendigkeit - und um Existenzen.

Ensemble des Mainzer Staatstheaters macht auf Situation während Corona-Pandemie aufmerksam

"Solidarität mit allen Freischaffenden" stand dann auch auf dem Banner, mit dem Theaterschaffende in bunten Kostümen - Zebra, Pirat, Clown und Kürbis - um das Theater liefen. "So divers der Kulturbetrieb ist, eines gilt für uns ohne Unterschied – der Corona-Stillstand trifft uns ins Mark", heißt es in der Mitteilung.

"Inhaltlich und gesellschaftlich uns alle, finanziell in brutaler Härte vor allem die freie Szene."

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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