Nach Corona-Fällen in Fleischfabriken: Das ändern Kaufland und Lidl jetzt

Neckarsulm - Nach dem Corona-Skandal in einer Fleischfabrik von Tönnies mit über 1300 Infizierten (TAG24 berichtete) und anderen Orten Deutschlands werden bei der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) die Weichen in Sachen Fleisch neu gestellt.

Bei Kaufland wird es ab Januar 2021 keine Werkverträge in der Fleischproduktion mehr geben. (Symbolbild)
Bei Kaufland wird es ab Januar 2021 keine Werkverträge in der Fleischproduktion mehr geben. (Symbolbild)  © Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

Wie die Neckarsulmer am Dienstag mitteilen, wolle man bei Lidl und Kaufland ein "wichtiges Zeichen für mehr Verantwortung und bessere Arbeitsbedingungen in der Lieferkette" setzen.

Demnach hätten beide Unternehmen am Dienstag "mit ihren Frischfleisch- sowie Frischgeflügel-Lieferanten vereinbart, ab spätestens Januar 2021 auf Werkverträge mit Dritten in den Kernprozessen Schlachtung, Zerlegung sowie Verpackung zu verzichten". 

Die Entscheidung, zukünftig kein Frischfleisch und -geflügel in der Festlistung von Lieferanten mit laufenden Werkverträgen anzunehmen, sei in beiden Unternehmen seit einiger Zeit diskutiert worden. Die jüngsten Ereignisse hätten dann zu dem Schritt geführt. 

"Kaufland hat in seinen Fleischwerken bereits vor einigen Jahren begonnen, auf Werkverträge zu verzichten, die letzten zwei Verträge werden aktuell umgestellt", ist weiter zu lesen. 

"Ab Januar 2021 wird es auch bei Kaufland keine Werkverträge in der Fleischproduktion mehr geben."

Unbefristete Verträge für betroffene Mitarbeiter

Allen Mitarbeitern, die bisher im Rahmen von Werkverträgen beschäftigt waren, biete Kaufland unbefristete Arbeitsverträge an.

Die folgenden Lieferanten von Lidl und Kaufland haben nach Unternehmensangaben ihre Unterstützung zugesagt:

  • Westfleisch SCE mbH
  • Tönnies Unternehmensgruppe
  • Wiesenhof
  • Willms Fleisch
  • Landgeflügel
  • Heidemark GmbH
  • Hubers Landhendl GmbH
  • Plukon Food Group Deutschland
  • Baumann GmbH
  • Schiller Fleisch

In den vergangenen Wochen war es in den Sammelunterkünften diverser Fleischfabriken zu Corona-Ausbrüchen gekommen, etwa bei Müller Fleisch im baden-württembergischen Birkenfeld (TAG24 berichtete). 

Titelfoto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa

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