Landungen aus Großbritannien verboten: Reisende harren auf Feldbetten in Flughäfen aus!

Berlin/Großbritannien - Eine wohl deutlich ansteckendere Virus-Mutation in England alarmiert europäische Nachbarländer. Nach anderen EU-Staaten plant jetzt auch die Bundesregierung zur Vorsicht Reisebeschränkungen.

Angela Merkel (66, CDU) griff rigoros durch und verbietet ab Montag Landungen aus Großbritannien.
Angela Merkel (66, CDU) griff rigoros durch und verbietet ab Montag Landungen aus Großbritannien.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wegen der in Großbritannien entdeckten neuen Variante des Coronavirus werden Flüge von dort nach Deutschland weitgehend gestoppt.

Landungen aus Großbritannien sind ab Mitternacht untersagt, wie aus einer Verfügung des Bundesverkehrsministeriums von Sonntag hervorgeht.

Ausgenommen sind demnach reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder wenn Maschinen nur mit Crews an Bord nach Deutschland zurückkehren wollen.

Zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland und "zur Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten" sei ein sofortiges, befristetes Verbot für Flüge aus dem Vereinigten Königreich und Nordirland in die Bundesrepublik geboten, heißt es.

Das Verbot gilt zunächst bis 31. Dezember.

Bundespolizei kontrolliert Reisende aus Großbritannien und Südafrika

Ein Flugzeug von British Airways steht an einem Flughafen (Symbolbild).
Ein Flugzeug von British Airways steht an einem Flughafen (Symbolbild).  © Unsplash/Francois Van

Das Bundesinnenministerium hat zudem die Bundespolizei angewiesen, Reisende aus Großbritannien und Südafrika ab sofort, also für die letzten Ankünfte am Sonntagabend, systematisch zu kontrollieren.

Dies gilt mit Blick auf die korrekte Registrierung in der Digitalen Einreiseanmeldung, teilte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in Berlin mit. Erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen seien eng mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern abzustimmen.

Reisende müssten sich deshalb auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen.

Update, 22.25 Uhr: Testpflicht für nicht-deutsche Reisende gestartet

Wie Bild berichtet, wurde an deutschen Flughäfen, die mit Großbritannien verbunden sind, im Hauruck-Verfahren eine Testpflicht für Reisende eingeführt, die nicht den deutschen Pass haben.

Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte der Zeitung, dass es eine Testpflicht auf Grundlage der Allgemeinverfügung des Bundesverkehrsministeriums gebe. Deutsche Reisende könnten sich zudem freiwillig auf das Coronavirus und die mutierte Version des Krankheitserregers testen lassen.

Am Flughafen von Hannover gehe die Prozedur sogar noch weiter: Nicht einmal Deutsche dürften den Flughafen verlassen, ehe sie ein negatives Testergebnis haben. Die Auswertung dauere jedoch bis zu 24 Stunden. Für die Betroffenen sollen Feldbetten bereitstehen.

Reisende nach Stuttgart wurden am heutigen Montagabend in London von der Crew eines Eurowings auf ähnliche Zustände vorbereitet, woraufhin sie sich ihr Gepäck zurückgeben lassen und in der britischen Hauptstadt bleiben konnten.

Titelfoto: Montage: Unsplash/Francois Van, Bernd von Jutrczenka/dpa

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