Was tun, wenn Klopapier, Desinfektionsmittel und Co. ausverkauft sind?

Frankfurt am Main - Im Internet reiht sich ein Klopapier-Joke an den anderen, Workouts werden mit den Rollen durchgeführt und ganze Challenges gestartet. Hamstern von Klopapier ist wahrhaftig der Running-Gag dieser Tage. Auch wenn die Regale immer wieder leer sind, gibt es bei Weitem nicht solche Engpässe wie bei Desinfektions-Mitteln und Atemschutzmasken. Zum Glück gibt es für all diese Dinge, die in der Corona-Krise heiß begehrt sind, Alternativen.

Auch wenn manche Güter jetzt hier und da Mangelware sind, gibt es immer Alternativen.
Auch wenn manche Güter jetzt hier und da Mangelware sind, gibt es immer Alternativen.

Dass die Klopapier-Hamsterei völlig unnötig ist, wurde bereits auf unzähligen Plattformen klargestellt. 

Trotzdem scheint es hier und da solche Engpässe zu geben, dass Leute anfangen, Feuchttücher, Servietten oder Taschentücher zu benutzen. Doch diese sind deutlich dicker und reißfester als herkömmliches Klopapier und lösen sich im Wasser nicht so schnell auf.

Das hat verheerende Folgen für unsere Abfluss-Systeme: Pumpen verstopfen, Laufräder verschleißen und die Müllberge in den Kanalisationen werden immer größer. 

Um eine "Kackokalypse" zu vermeiden, sollten solche Alternativen grundsätzlich im Restmüll entsorgt werden. 

Das gilt auch für sämtliche andere Hygiene-Artikel. Ansonsten kann es sogar passieren, dass das eigene Klo überläuft (im Übrigen kann man auch Damen-Hygieneartikel wunderbar durch eine Menstruations-Tasse ersetzen).

Die beste Alternative für Klopapier ist und bleibt Wasser. Wer kein Bidet daheim hat und nicht nach dem Toiletten-Gang duschen möchte, kann sich ein Hand-Bidet zum Beispiel von HappyPo zulegen.

Nicht nur, dass diese Miniduschen sehr kostengünstig sind, sie sind auch deutlich hygienischer als Klopapier, sanfter zum Po und perfekt geeignet für die Intim-Hygiene. Hinzu kommt, dass man Unmengen an Müll und Wasser (zur Herstellung von einer Klopapier-Rolle werden etwa 50 Liter Wasser verbraucht) spart und somit jede Menge Bäume gerettet werden. Ein Zero-Waste-Produkt, das jetzt sinnvoller denn je ist.

Essig ist für Reinigung ein wahrer Allrounder

Essig ist ein wahrer Allrounder im Haushalt.
Essig ist ein wahrer Allrounder im Haushalt.  © 123rf/belchonok

Ein weiteres Produkt, das es kaum noch zu kaufen gibt, ist Desinfektionsmittel. Vor allem leiden Krankenhäuser und Arzt-Praxen darunter, dass davon so viel in den medizinischen Einrichtungen geklaut wurde und es nun Engpässe gibt.

Wenn sich die Mitarbeiter der Gesundheits-Branche nicht ordentlich schützen können, können sie sich auch nicht um uns kümmern, wenn wir dann krank werden. Desinfektionsmittel, Schutz-Kleidung und Atemmasken sollten an erster Stelle dem Gesundheits-Personal zur Verfügung stehen und nicht von Privatpersonen gehamstert werden. Zumal es für uns jede Menge Alternativen gibt.

Dass gründliches Händewaschen das A und O ist, hat mittlerweile jeder begriffen. 

Zum Reinigen der Hände reicht herkömmliche Seife. Diese ist momentan hier und da vergriffen. Noch ein Grund mehr, zur umweltfreundlichen Naturseife zu greifen. Wie gut eine Seife die Hände von Bakterien befreit, hängt nämlich allem voran davon ab, wie gründlich man sich die Hände wäscht und nicht, wie viele Chemikalien in der Seife enthalten sind.

Um Türklinken, Tastaturen, das Handy oder Wasserhähne zu reinigen, braucht es auch nicht zwangsläufig Desinfektionsmittel. Es reichen herkömmliche Haushaltsreiniger. Ich persönlich verwende Essigessenz (verdünnt). Denn diese tötet Keime, es gibt sie überall günstig zu kaufen, sie ist natürlich und chemiefrei. Essig ist ein wahrer Allrounder und kann vielfältig im Haushalt eingesetzt werden.

Eine desinfizierende Wirkung erreicht man ab einem Alkoholgehalt von 62 Prozent. Das heißt auch Melissengeist und hochprozentiger Alkohol töten Keime. Wer also unterwegs auf Nummer sicher gehen will und nicht die Möglichkeit hat, sich die Hände zu waschen, kann auch auf Primasprit, Stroh 80 und Co. zurückgreifen und sich ein eigenes Desinfektionsmittel mischen.

Medizinische Masken sollten den Krankenhäusern überlassen werden

Desinfektionsmittel und Schutzmasken sollten dem medizinischen Personal überlassen werden. 
Desinfektionsmittel und Schutzmasken sollten dem medizinischen Personal überlassen werden.  © Unsplash@taiscaptures

Eine Atemschutzmaske zu tragen ist prinzipiell eine gute Überlegung und eine Geste der Höflichkeit und Solidarität.

Laut dem Virologen Christian Drosten gibt es so gut wie keinen Nachweis, dass herkömmliche Atemmasken einen Schutz für den Träger selbst darstellen. Allerdings sorgen sie dafür, dass Tröpfchen aus dem eignen Mund nicht zur Gefahr für andere werden.

Man muss trotzdem noch genauso oft die Hände waschen, und man sollte sich weiterhin nicht ins Gesicht fassen. 

Leider sind solche Masken oft kontraproduktiv, da sie rutschen, man sie immer wieder nach oben schiebt, sich somit wieder ins Gesicht fasst und die herkömmlichen Masken die Keime durchlassen.

Wenn Du trotzdem eine Maske tragen möchtest oder vielleicht erkältet bist und somit die Menschen in deiner Umgebung schützen willst, dann kannst Du dir eine Atemschutzmaske ganz einfach zu Hause selber machen.

Medizinische Masken sollten in jedem Falle für Krankenhäuser und Praxen übrig gelassen werden. Es ist extrem wichtig, dass die Versorgung mit Schutzbekleidung in den Krankenhäusern nicht gefährdet wird und diese nicht mit Privatkäufern konkurrieren müssen.

Eine selbst gebastelte Maske, ein Schal oder auch ein Buff ist für Privatpersonen ausreichend. Diese und auch herkömmliche Masken kann man sterilisieren (insofern es das Material zulässt), indem man sie bei 70 Grad in den Backofen legt oder im Heißwaschgang wäscht.

Mit ein bisschen Kreativität können wir alle diese heiß begehrten Güter also ganz einfach ersetzen. Lasst uns nicht egoistisch handeln und alle unseren Beitrag leisten, damit die medizinische Versorgung aufrechterhalten werden kann.

Bleibt gesund. Bis zum nächsten Mal.

Ünber die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: Gina Gadis/Unsplash.com@open_photo_js

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