Coronavirus: Virologe schlägt Alarm und kritisiert halbherzige Maßnahmen

Frankfurt am Main - Angesichts steigender Neu-Infektionen in der Corona-Pandemie sieht der Frankfurter Virologe Martin Stürmer derzeit keine intensiven Bestrebungen der Politik, mit strengeren Regeln das Infektionsgeschehen einzudämmen.

Trotz steigender Neuinfektionen ist auf der Zeil in der Frankfurter City ordentlich Betrieb.
Trotz steigender Neuinfektionen ist auf der Zeil in der Frankfurter City ordentlich Betrieb.  © dpa/Frank Rumpenhorst

"So früh wieder ansteigende Zahlen sind sicherlich nicht nur auf Reiserückkehrer zurückzuführen", sagte Stürmer am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Es sei in der Bevölkerung der Eindruck entstanden, die Pandemie sei vorbei - aufgrund der Bilder von der Fußball-EM, der zahlreichen Lockerungen durch die Politik sowie der zunehmenden Impfquote.

Dies berge die Gefahr, dass sich nach den Sommerferien das Infektionsgeschehen in die Schulen und Kindergärten verlagere, da auch dort bisher nur halbherzige Konzepte in Hessen existierten.

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Wichtig sei jetzt mit Hinblick auf Herbst und Winter, die Impfkampagne neu zu beleben, gezielt am Ausbruchsgeschehen orientiert Maßnahmen lokal wieder zu verschärfen und Kindergärten und Schulen sicherer machen.

Auch Geimpfte und Genesene könnten sich infizieren oder das Virus weitergeben.

Mehrere Kommunen haben in Hessen den kritischen Inzidenz-Wert von 35 überschritten - so auch Frankfurt und Wiesbaden.

Das hessenweite Eskalationskonzept sieht vor, dass strengere Corona-Regeln greifen, sobald der Inzidenzwert in einer Kommune über die Marke von 35 springt.

Titelfoto: dpa/Frank Rumpenhorst

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