Du willst in der Corona-Krisenzeit helfen? Das kannst Du tun

Frankfurt am Main - Die derzeitigen Nachrichten sind beängstigend und geben einem ein Gefühl von Ohnmacht. Immer mehr Menschen infizieren sich, die Wirtschaft geht den Bach runter und ich sitze hier nur daheim und kann nichts dagegen tun. Natürlich ist es richtig, die Ausgangs-Einschränkungen zu befolgen und zu Hause zu bleiben, aber gibt es nicht irgendeine Möglichkeit in dieser Krise zu helfen?

Die Menschen, die aktuell für das System am wichtigsten sind, kommen immer mehr an ihre Grenzen. Immer mehr Menschen sind jetzt auf Hilfe angewiesen. Zum Glück gibt es jede Menge Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten, um das System am Laufen zu halten.

Medizinische Hilfe anbieten

Mediziner, egal ob noch studierend, praktizierend oder bereits im Ruhestand, werden überall gesucht, um den Ausfall von medizinischem Personal zu kompensieren.

Du gehörst zu dieser Gruppe? Dann kannst Du Dich über Plattformen, Fachkräfteregister und Suchanfragen von Testzentren jetzt mit Suchenden in Verbindung setzen.

Mediziner werden derzeit überall gesucht (Symbolbild).
Mediziner werden derzeit überall gesucht (Symbolbild).  © Unsplash.com@impulsq

Lokale Unternehmen unterstützen

Auch wenn es bereits etlichen großen Unternehmen das Genick gebrochen hat, sind es vor allem die kleinen Unternehmen und Selbstständige, die unter dieser Krise leiden und auf unsere Unterstützung angewiesen sind.

Gott sei Dank gibt es jede Menge Möglichkeiten, wie wir dafür sorgen können, dass solche Unternehmen jetzt nicht untergehen. Zum Beispiel, indem wir Gutscheine für unsere liebsten Restaurants, Theater, Kinos, Boutiquen, Aktivitäten, Salons kaufen, und so dafür sorgen, dass es weitere Einnahmen gibt.

Vielleicht ist Dir auf dem Weg zum Supermarkt auch schon aufgefallen, dass einige Unternehmen jetzt darauf hinweisen, dass sie trotz Corona noch geöffnet haben und entweder direkt an der Tür verkaufen oder auch zu Dir nach Hause liefern.

Solche Möglichkeiten wahrzunehmen und eventuell noch ein Trinkgeld zu geben, kann diesen Unternehmen die Existenz sichern. Schau doch mal, ob Dein Lieblingsladen vielleicht auch Online-Shopping anbietet. Einfach, schnell und lokal kann man Produkte jetzt auch über die Website einzelheld.de anbieten.

Falls Du eine Buchung stornierst, überlege Dir, ob Du den Geldbetrag vielleicht dem Unternehmen als Spende überlässt. Verschiebe auch, wenn möglich Termine, anstatt sie abzusagen.

Außerdem ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um seinen liebsten Restaurants, Shops, Salons und anderen Unternehmen eine gute Bewertung zu hinterlassen und dabei zu helfen, deren Bekanntheitsgrad zu steigern. Besuche und Teile deren Websites und kontaktiere sie, um zu fragen, wie Du helfen kannst.

Viele Restaurants haben in der Corona-Krise auf Lieferdienst umgestellt.
Viele Restaurants haben in der Corona-Krise auf Lieferdienst umgestellt.  © Unsplash.com@brettjordan

Risikogruppen unterstützen

Fast überall sprießen gerade Nachbarschaftshilfe-Gruppen aus dem Boden.

Einkäufe erledigen, zur Apotheke gehen, etwas zur Post bringen, Babysitten oder mit dem Hund Gassi gehen: Das sind Aufgaben, die Menschen, die zur Risikogruppe gehören, jetzt besser an einen Helfer übergeben sollten.

Nebenan.de ist eine wunderbare Plattform, um sich mit den Nachbarn zu vernetzen und seine Hilfe anzubieten. Aber auch über Facebook oder Plakate wird für Nachbarschaftshilfe-Gruppen auf WhatsApp, Telegram und Co. geworben. Hilfesuchende und -anbietende können sich außerdem über die Webseite quarantaenehelden.de verbinden.

Wichtig ist, dass man nur Menschen in der näheren Umgebung hilft und statt mehreren Haushalten einmalig, lieber einem bestimmten Haushalt mehrfach hilft, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus zu minimieren.

Außerdem muss sichergestellt sein, dass wir durch die Hilfe die betroffene Person nicht in Gefahr bringen. Eine Putzhilfe wäre also eher kontraproduktiv, Besorgungen vor der Tür abstellen dagegen nicht. Mehr Infos zur sicheren Nachbarschaftshilfe findest Du >> hier.

Einkäufe erledigen, zur Apotheke gehen, etwas zur Post bringen, Babysitten oder mit dem Hund Gassi gehen: Das sind Aufgaben, die Menschen, die zur Risikogruppe gehören, jetzt besser an einen Helfer übergeben sollten.
Einkäufe erledigen, zur Apotheke gehen, etwas zur Post bringen, Babysitten oder mit dem Hund Gassi gehen: Das sind Aufgaben, die Menschen, die zur Risikogruppe gehören, jetzt besser an einen Helfer übergeben sollten.  © dpa/Roland Weihrauch

Hilfsbedürftigen helfen

Auch Tafeln, Bahnhofsmissionen, Caritas und andere Einrichtungen für Hilfsbedürftige leiden unter dieser Krise. Biete Deine Hilfe per Mail oder Telefon an oder unterstütze sie durch Geld- oder Sachspenden (Desinfektionsmittel, Masken, Konservendosen, etc.).

Du kannst Dich auch erkundigen, ob es bei Dir in der Nähe einen Gabenzaun gibt, wo etwa Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung oder Schlafsäcke für Hilfsbedürftige zum Mitnehmen angebracht werden.

Menschen mit Sprachbarrieren helfen

Du beherrschst neben Deutsch noch eine andere Sprache fließend?

Dann kannst Du als Dolmetscher Menschen dabei helfen, medizinische Hilfe zu finden oder in medizinischen Notfällen übersetzen.

In der Lebensmittel-Industrie helfen

Supermarkt-Mitarbeiter gehören mit zu den Systemhelden in dieser Krise, allerdings können sie das zusätzliche Arbeits-Pensum teilweise nicht bewältigen. Viele Supermärkte haben bereits Aushänge an den Kassen und suchen aktiv nach Hilfe.

Auch wenn viele Erntearbeiter nun wieder einreisen dürfen, fehlen trotzdem jede Menge Arbeiter für die anstehende Ernte.

Über die Plattform www.daslandhilft.de werden jetzt Landwirte und Helfer zusammengebracht. Wer also einen Job an der frischen Luft haben möchte, ist hier genau richtig.

Durch die Grenzschließungen können die Feldarbeiter aus Osteuropa nicht mehr einreisen. Für die anstehende Spargel-Ernte werden aber dringend Erntepflücker gesucht.
Durch die Grenzschließungen können die Feldarbeiter aus Osteuropa nicht mehr einreisen. Für die anstehende Spargel-Ernte werden aber dringend Erntepflücker gesucht.  © unsplash.com@dmey503

Online-Nachhilfe anbieten

Egal ob Hausaufgaben-Hilfe für Schulkinder, Unterstützung im Studienfach oder ein Sprachkurs: Online-Nachhilfe ist eine gute Möglichkeit, um Eltern und Lehrern in diesen Tagen unter die Arme zu greifen.

Es gibt bereits unzählige Portale und Plattformen, über die man sich als Online-Lehrer oder auch als Schüler registrieren kann. Selbst über Facebook-Gruppen und ebay-Kleinanzeigen kann man seine Hilfe etwa über Skype oder Facetime anbieten. Für viele ist das vielleicht der perfekte Job in diesen Tagen, denn man verdient etwas dazu und muss das Haus nicht verlassen.

Es gibt also jede Menge Möglichkeiten, in der Corona-Krise zu helfen und einen Beitrag zu leisten, um das System aufrechtzuerhalten.

Durch Solidarität und Zusammenhalt werden wir es durch diese Krise schaffen. In diesem Sinne: Bleibt gesund und bis zum nächsten Mal. 

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: dpa/Roland Weihrauch, Gina Gadis

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