Arbeitsagenturen werden von Anfragen zu Kurzarbeit überrollt

Frankfurt am Main - Die Arbeitsagenturen in Hessen erhalten derzeit täglich Tausende Beratungsanfragen zur Kurzarbeit, die in vielen Betrieben infolge der Coronakrise diskutiert wird. 

Kurzarbeit muss von dem Unternehmen beantragt werden (Symbolfoto).
Kurzarbeit muss von dem Unternehmen beantragt werden (Symbolfoto).  © Oliver Berg/dpa

"In dieser Dimension haben wir das noch nie erlebt", sagte der Chef der Direktion Hessen, Frank Martin, der Deutschen Presse-Agentur. Man setze alles daran, die Anzeigen schnell zu bearbeiten und die Anträge auf Kurzarbeitergeld entgegenzunehmen.

Arbeitnehmer sollten sich allerdings in erster Linie an die Personalabteilungen ihrer Arbeitgeber wenden, erklärte Martin. Kurzarbeit könne ausschließlich von den Unternehmen beantragt werden. 

Dazu sei gesetzlich ein dreistufiges Verfahren zwingend vorgeschrieben. "Eine Kurzberatung durch uns, die auch telefonisch erfolgen kann, der formale Antrag und zeitversetzt dann die Abrechnung der tatsächlich von Kurzarbeit betroffenen Personen."

Die Agenturen hätten dazu eine Arbeitgeber-Hotline geschaltet und begleiten die Unternehmen durch den Prozess. Selbstständige könnten kein Kurzarbeitergeld beantragen.

Bundesagentur finanziell gut auf Krise vorbereitet

Mit der gesetzlichen Neuregelung gebe es weitere Hilfen für Betriebe, wie Martin erläuterte. Sie können rückwirkend zum 1. März 2020 Kurzarbeitergeld nutzen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Zudem werden die Sozialbeiträge zu 100 Prozent von der BA übernommen.

Die Krise hat die Aussichten für den hessischen Arbeitsmarkt eingetrübt, sagte Martin. "Die Arbeitslosigkeit wird nicht sinken, sondern wahrscheinlich ansteigen und auch den Trend des steten Beschäftigungswachstums werden wir in Hessen wohl nicht halten können."

Die Veränderungen würden wahrscheinlich erst in der April-Statistik deutlich sichtbar. Finanziell sei die Bundesagentur (BA) allerdings gut vorbereitet. Sie könne bei Bedarf auf die Konjunkturreserve von derzeit 26 Milliarden Euro zurückgreifen.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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