"Voraussichtlich verfassungswidrig": Frau klagt erfolgreich gegen verkürzten Genesenenstatus

Frankfurt am Main - Die umstrittene Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate ist nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Frankfurt am Main mit hoher Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig.

Wird die Verkürzung des Genesenenstatus schon bald wieder revidiert? (Symbolfoto)
Wird die Verkürzung des Genesenenstatus schon bald wieder revidiert? (Symbolfoto)  © Marcus Brandt/dpa

Mit der im Eilverfahren getroffenen Entscheidung teile man die bereits von anderen Verwaltungsgerichten erhobenen Einwände, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Die Verkürzung sei "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit voraussichtlich verfassungswidrig". Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig (Aktenzeichen 5 363/22).

Die Richter gaben einer Frau Recht, die nach einer Corona-Infektion ein digitales Zertifikat der EU besitzt, das sechs Monate gültig ist. Sie wandte sich gegen die Verkürzung, die überraschend mit Wirkung vom 15. Januar auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts veröffentlicht worden war.

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Die Entscheidung greife unmittelbar in die Grundrechte der Betroffenen ein, erklärte das Verwaltungsgericht. Dennoch sei dies einem Bundesinstitut überlassen worden.

Gegen den Beschluss könne Beschwerde beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof Kassel eingelegt werden.

Das RKI hatte später seine neuen Vorgaben präzisiert und erklärt, sie gälten für Ungeimpfte. Bund und Länder haben bereits vereinbart, dass die Festlegungen zum Genesenenstatus nicht mehr an das RKI delegiert werden sollen.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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