Freiwilliger (†28) stirbt während weit fortgeschrittener Impfstoff-Studie

Großbritannien/Brasilien - Sind das ganz schlechte Nachrichten im Kampf gegen das Coronavirus

Die Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff von AstraZeneca sind hoch!
Die Hoffnung auf einen baldigen Impfstoff von AstraZeneca sind hoch!  © Dan Himbrechts/AAP/dpa

Fakt ist: Ein nur 28 Jahre alter Teilnehmer ist bei der Impfstoffstudie der Universität Oxford und des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca gestorben. Trotz dieses tragischen Todes läuft die Studie weiter. Was ist das los?

Der junge Mann stammt aus Brasilien, wo er auch verstarb. Die dortige Nationale Behörde für Gesundheitsüberwachung (Anvisa) gab am Mittwoch bekannt, dass sie am Montag, den 19. Oktober, über den Tod des Teilnehmers informiert wurde. 

Die Studie solle jedoch ohne einen Stopp planmäßig weiterlaufen. Genauere Informationen gab die Anvisa nicht bekannt und berief sich auf die medizinische Vertraulichkeit. So wurde auch nicht mitgeteilt, warum und woran der 28-Jährige gestorben ist.

Offenbar scheinen die Aufsichtsbehörden einen Zusammenhang zum Impfstoff jedoch ausschließen zu können. 

Große Hoffnungen auf diesem Impfstoff

AstraZeneca hat längst Verträge mit der EU.
AstraZeneca hat längst Verträge mit der EU.  © Nick Moir/SMH/dpa

Laut Daily Star wurde nicht bestätigt, ob der Freiwillige eine Placebo-Dosis oder den echten Impfstoff erhalten hat. Aber Quellen der brasilianischen News-Seite Globo zufolge habe der Freiwillige eine Placebo-Dosis erhalten.

Sollte dies der Fall sein, wäre der Mann gar nicht wirklich mit dem Impfstoff in Berührung gekommen, hätte entsprechend auch nicht an heftigen Nebenwirkungen der Substanz sterben können. Die unbeirrte Fortsetzung der Studie lässt dies zumindest erahnen. 

Bereits im Juli wurde bekannt gegeben, dass die Ergebnisse der ersten Phasen der Studien mit dem Impfstoff darauf hindeuteten, dass er "sicher ist und eine Immunreaktion auslöst".

Die EU hat mit dem Unternehmen sogar bereits einen Rahmenvertrag geschlossen. Laut des deutschen Gesundheitsministeriums entfallen 54 Millionen Impfstoffdosen auf die Bundesrepublik. 

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU), der momentan selbst in Quarantäne ist (TAG24 berichtete), würde das zunächst für rund 27 Millionen Menschen hierzulande reichen. 

Bleibt zu hoffen, dass die Studie erfolgreich zu Ende geführt werden kann. Auf der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca liegen große Hoffnungen - Ihr Impfstoff könnte der erste in Europa werden. 

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Titelfoto: Dan Himbrechts/AAP/dpa/Nick Moir/SMH/dpa

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