Terminflut, Preiserhöhungen und Sorge um Azubis: Wie geht es Sachsens Friseuren nach der Öffnung?

Leipzig - Mehr als eine Woche nach der Wiedereröffnung sind die Friseursalons in Sachsen sehr gut gebucht. Die Auftragsbücher sind für die kommenden vier Wochen voll und viele Inhaber haben die Öffnungszeiten ausgeweitet, manche bieten sogar Termine von 7 bis 22 Uhr an.

Friseurbesuch in der Pandemie: Die Hygiene-Maßnahmen wirken sich auch auf die Preise aus.
Friseurbesuch in der Pandemie: Die Hygiene-Maßnahmen wirken sich auch auf die Preise aus.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Der Ansturm wird sich in einigen Wochen wieder legen. Wenn die Frisur einmal gerichtet ist, kehrt wieder ein normaler Rhythmus ein", sagte die Geschäftsführerin der Dresdner Friseurinnung, Beatrice Kade-Günther, auf Anfrage.

Mit umfangreichen Hygienekonzepten durften die rund 4000 Salons in Sachsen am 1. März wieder öffnen. Die Mitarbeiter müssen unter anderem wöchentlich einen Coronatest machen und pro Person müssen zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Das wirkt sich auch auf die Preise aus. "Die Erhöhung ist ganz unterschiedlich. Durchschnittlich liegt die Hygienepauschale aber bei etwa fünf Euro", erläuterte Kade-Günther. Manche Inhaber erhöhten die Preise pro Schnitt auch um etwa zehn Prozent.

Coronavirus in Berlin: Mehr als 200.000 Corona-Fälle in der Hauptstadt
Coronavirus Coronavirus in Berlin: Mehr als 200.000 Corona-Fälle in der Hauptstadt

Ulf Bernhardt von der Friseur- und Kosmetikinnung Chemnitz berichtete von Muskelkater in den Händen, Unterarmen und Rücken der Friseure in den vergangenen Tagen. "Die Bücher sind voll. In den ersten vier Wochen seit Wiedereröffnung gibt es kaum noch Lücken im Terminkalender."

In den Salons werde oftmals im Schichtbetrieb gearbeitet und der freie Tag wurde gestrichen. Die Friseur-Innung in Leipzig war zunächst nicht zu erreichen.

Ein ganzer Jahrgang in Gefahr

Sorge um Friseur-Azubis: Wegen der Corona-Pandemie konnten viele nur an Puppen üben.
Sorge um Friseur-Azubis: Wegen der Corona-Pandemie konnten viele nur an Puppen üben.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Besonders problematisch ist die Situation für die Auszubildenden. Im Mai beginnen die praktischen Prüfungen.

"Die wenigsten Azubis können aber derzeit an menschlichen Modellen üben und die Ausbilder haben jetzt kaum Zeit für sie", betonte Kade-Günther.

Ein ganzer Jahrgang sei in Gefahr. "Und darüber hinaus haben bereits einige Meister angekündigt, im kommenden Lehrjahr nicht mehr auszubilden."

Coronavirus in Bayern: Quarantäne wird verkürzt, Testpflicht für Kita-Angestellte
Coronavirus Coronavirus in Bayern: Quarantäne wird verkürzt, Testpflicht für Kita-Angestellte

Im Bereich Chemnitz sieht die Situation etwas besser aus, berichtete Bernhardt.

Zudem habe es Signale der Handwerkskammer gegeben, einer Verlängerung des Ausbildungsvertrages um ein halbes Jahr zuzustimmen, wenn die Vorbereitung nicht ausgereicht habe.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: