Für Angela Merkel ist die Pandemie alles andere als vorbei: Das zeigt ihr neuester Vorschlag

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) ist trotz sinkender Corona-Zahlen dafür, dass der Bund auch über Ende Juni hinaus bestimmte Sonderbefugnisse zur Regelung von Corona-Maßnahmen behält.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) kommt zusammen mit Steffen Seibert (60), Regierungssprecher, zu einer Pressekonferenz.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) kommt zusammen mit Steffen Seibert (60), Regierungssprecher, zu einer Pressekonferenz.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Bundeskanzlerin halte es für sinnvoll, dass die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" verlängert werde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert (60) am Freitag auf Nachfrage in Berlin. Er verwies zugleich darauf, dass die Entscheidung darüber Sache des Bundestages ist.

Laut Infektionsschutzgesetz kann der Bundestag eine solche "epidemische Lage" feststellen und wieder aufheben.

Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht direkt ohne Zustimmung des Bundesrates, Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise.

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Üblicherweise brauchen Verordnungen der Regierung das Ok der Länderkammer, anders als Gesetze aber keine Zustimmung des Bundestags.

Eine "epidemische Lage" liegt vor, "wenn eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit in der gesamten Bundesrepublik Deutschland besteht", heißt es im Infektionsschutzgesetz.

"Bundes-Notbremse" soll bisher am 30. Juni auslaufen

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Pandemie alles andere als vorbei.
Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Pandemie alles andere als vorbei.  © Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa

Sie endet automatisch, wenn der Bundestag sie nicht nach Ablauf von drei Monaten erneut verlängert.

Das wäre Ende Juni der Fall. Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD haben sich nach dpa-Informationen bereits auf eine Verlängerung verständigt.

Mit der "Bundes-Notbremse", die am 30. Juni auslaufen soll, hat das nichts zu tun. Diese war nachträglich ins Infektionsschutzgesetz geschrieben worden.

Hier handelt es sich um konkrete Maßnahmen, die auf Kreisebene ergriffen werden müssen, wenn die Corona-Ansteckungszahlen bestimmte Werte überschreiten, wie Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, Vorgaben für Schulen, Handel und Freizeit.

Titelfoto: Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa

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