Coronavirus-Quarantäne missachtet? Ex-Eintracht-Büffel Jovic droht Ärger

Belgrad/Frankfurt am Main - Weil der frühere Bundesliga-Fußballer Luka Jovic (22) inmitten der Corona-Pandemie gegen Quarantäne-Regeln verstoßen haben soll, droht dem Stürmer von Real Madrid eine Strafanzeige. 

Spielte bis zum Sommer 2019 für die Eintracht: Serbiens Nationalspieler Luka Jovic.
Spielte bis zum Sommer 2019 für die Eintracht: Serbiens Nationalspieler Luka Jovic.  © dpa/Uwe Anspach

Serbiens staatliche Nachrichtenagentur Tanjug berichtete am Donnerstag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von entsprechenden Ermittlungen. "Welcher Arbeit jemand nachgeht, macht für die Staatsanwaltschaft keinen Unterschied", zitierte die Agentur eine Behördensprecherin.

Den Angaben zufolge sollte der Ex-Frankfurter nach seiner Einreise nach Serbien zwei Wochen zu Hause bleiben. Er habe seine Wohnung aber mindestens einmal verlassen und dies mit einem Gang zur Apotheke begründet, hieß es weiter. 

Serbische Boulevardblätter warfen Jovic vor, in der Hauptstadt Belgrad feiern gegangen zu sein. "Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?", fragte etwa die Tageszeitung Kurir.

Zudem erntete Jovic indirekte Kritik von Premierministerin Ana Brnabić. Die Regierungschefin verwies auf nicht näher genannte Fußballer als "Negativbeispiele" in der Krise.

Brnabic hatte alle Serben im Ausland aufgerufen, möglichst nicht nach Hause zurückzukehren, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Dennoch sind offiziellen Angaben zufolge mehr als 45.000 Menschen zurückgekehrt. Weil viele Serben freiwillige Maßnahmen nicht befolgt hätten, hatten die Behörden am Mittwoch eine allgemeine Ausgangssperre zwischen 20 und 5 Uhr verhängt.

Real Madrid hatte die Spieler seiner Fußball- und Basketball-Teams in Quarantäne geschickt, weil ein Basketballer positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden war. Jovićs Vater sagte der Tageszeitung Blic, der Fußballer sei mit einer Erlaubnis seines Klubs nach Belgrad gereist, nachdem er negativ auf das Coronavirus getestet worden sei. Den staatlichen Anordnungen zufolge hätte er dennoch auf serbischer Seite zunächst in Quarantäne bleiben müssen.

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