Corona-Krise in der Bundesliga: Ex-Torjäger Dieter Müller kann Jammern der Klubs nicht nachvollziehen

Frankfurt am Main - Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Dieter Müller ist überzeugt davon, dass die Proficlubs die Corona-Krise überstehen. 

Ex-Bundesliga-Torschütze Dieter Müller (66) ist sich sicher, dass alle Profi-Klubs die Krise überstehen werden.
Ex-Bundesliga-Torschütze Dieter Müller (66) ist sich sicher, dass alle Profi-Klubs die Krise überstehen werden.  © Daniel Reinhardt/picture alliance/dpa

"Ich sehe es kritisch, dass die Erst- und Zweitligisten so viel klagen. Sie werden alle überleben. Zur Not schafft die DFL einen Soli. Sie wird die Vereine schon auffangen", sagte der 66-Jährige in einem Interview der Zeitungen der VRM-Gruppe (Mittwoch). 

Gleichzeitig prophezeite der Ex-Nationalstürmer: "Die Clubs in den Ligen darunter werden Probleme kriegen. Manche sogar sehr große. "Müller kann nachvollziehen, welche Bedeutung Geisterspiele für die Vereine in der finanziellen Not haben. Er selbst sei aber kein Fan davon: 

"Ich habe mir kurz vor den Kontaktbeschränkungen drei solche Begegnungen angeschaut. Irgendwann hat es mir keinen Spaß mehr gemacht, dann habe ich sie lieber im Radio angehört. Ich würde mir lieber ein B-Klassen-Spiel mit 50 Zuschauern als eins in der Bundesliga mit gar keinen ansehen. Da ist wenigstens Stimmung."

Der gebürtige Offenbacher Müller spielte von 1973 bis 1981 für den 1. FC Köln, später unter anderem für den VfB Stuttgart und Girondins Bordeaux. Er war 1977 Torschützenkönig mit 34 Treffern und ein Jahr später zusammen mit Gerd Müller (beide 24) ebenfalls.

Der Vize-Europameister von 1976 ist skeptisch, dass sich in der Blase Fußball mit den enormen Ablösesummen und Gehältern in der Krise viel verändern wird. "Vielleicht wird sich das Ganze ja ein klein bisschen normalisieren", sagte Müller. 

"Ich frage mich immer: Was würde ein Gerd Müller heute kosten? Der hat so viel mehr erreicht als viele, die heute schon unfassbar gut bezahlt werden, ohne einen einzigen Titel gewonnen zu haben."

Titelfoto: Daniel Reinhardt/picture alliance/dpa

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