Gastronomie droht Schließung in der Corona-Krise: "Die Frustration ist extrem"

Köln/Düsseldorf - Eine mögliche Schließung der Gastronomie als Reaktion der Politik auf die stark steigenden Corona-Zahlen stößt in der Branche auf Unverständnis und weckt weitere Existenzsorgen.

Die Ubierschänke in Köln.
Die Ubierschänke in Köln.  © Oliver Berg/dpa

"Wir sind Teil der Lösung, nicht des Problem! Deshalb kein Lockdown - weder light, rechtlich, faktisch", fordert der Verband Dehoga NRW in einem Brief an Regierungschef Armin Laschet kurz vor den für Mittwoch geplanten Beratungen der Ministerpräsenten mit Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU). 

In Bereichen wie dem Gastgewerbe, wo Infektionen nicht entstünden, dürfe es keine weiteren Maßnahmen geben, mahnt Dehoga.

Auch Gastronomen wie Isa Fiedler, Sprecherin der Altstadtwirte Düsseldorf und Inhaberin der Kneipe "Knoten", sehen das so. "Der Mensch ist ein soziales Wesen. Es werden sich nicht alle einschließen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. 

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Mit dem vorhandenen Abstandsregeln für Tische, Hygienevorschriften und Belüftung sei es in der Gastronomie sicherer, als bei einem großen Besuch auf engem Raum im Wohnzimmer. 

"Wir bieten alles, wir bieten es sicher, wie man in den Infektionszahlen sehen kann", betont sie.

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"Das ist die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte der Chef der Düsseldorfer Hausbrauerei "Füchschen", Peter König, der Deutschen Presse-Agentur. 

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen in NRW befürchtet er, dass die Gastronomie geschlossen werde. Bereits die geltende Sperrstunde in Düsseldorf habe dramatische Auswirkungen. "Die Stadt ist tot", verdeutlichte er. 

Das Gästeaufkommen sei stark gesunken, Reservierungen storniert und Weihnachtsfeiern abgesagt. Er erwartet deshalb auch für den Dezember keine große Besserung. "Ich fühle mich wie ein Frühstücksdirektor in der Rente", meinte er.

"Die Frustration ist extrem", schildert Dehoga NRW-Sprecher Thorsten Hellwig die Stimmungslage in der Branche. 

Alle Vorgaben seien mit gravierenden Folgen für das Geschäft umgesetzt worden. Durch die Mindestabstände seien im Schnitt 40 Prozent der Plätze weggefallen. 

Wenn die Politik weitere Maßnahmen für die Gastronomie ergreife, müsse dieser Schaden vollumfänglich ausgeglichen werden. 

Laut einer Umfrage des Verbandes unter seinen Mitgliedern von September fühlten sich 70 Prozent der Teilnehmer in der Existenz bedroht. "Weitere Maßnahmen werden diese Gefühlslage noch einmal extrem verschärfen." Auch die Fitness-Branche sorgt sich um die Öffnung ihrer Fitnessstudios.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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