Schreckliche Zunahme: Immer mehr Frauen rufen Notdienst, weil sie daheim bedroht werden

Genf - Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat angesichts der weltweiten Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise vor einer Zunahme häuslicher Gewalt gegen Frauen gewarnt.

Die häusliche Gewalt könnte laut der Experten in der Corona-Krise zunehmen. (Symbolbild)
Die häusliche Gewalt könnte laut der Experten in der Corona-Krise zunehmen. (Symbolbild)  © Tinnakorn Jorruang/ 123RF

Als Flüchtlinge, Vertriebene oder Staatenlose falle es ihnen schwerer, sich zu schützen, teilte die Organisation am Montag in Genf mit.

"Einige sind am Ende möglicherweise in ihren Unterkünften und Häusern mit ihren Peinigern eingesperrt, ohne die Möglichkeit zu haben, sich zu entfernen oder persönlich Hilfe zu suchen", sagte die stellvertretende Hochkommissarin Gillian Triggs.

Andere Frauen würden möglicherweise angesichts der sich verschlechternden wirtschaftlichen Umstände und mangels Ausweispapieren zu Prostitution oder Kinderheirat gezwungen. Weltweit sei das UNHCR deshalb in höchster Alarmbereitschaft.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte jüngst vor einer "schrecklichen Zunahme" häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie gewarnt. In einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft rief er die Regierungen vor zwei Wochen weltweit dazu auf, dagegen vorzugehen.

"Wir wissen, dass Ausgangssperren und Quarantäne entscheidend sind, um Covid-19 zu bekämpfen. Aber sie können Frauen mit Partnern, die sie missbrauchen, einsperren", sagte Guterres.

"Viele Frauen und Mädchen sind dort am meisten bedroht, wo sie am sichersten sein sollten: bei sich zuhause." In einigen Ländern habe sich die Anzahl der Frauen verdoppelt, die deswegen Hilfsdienste anriefen.

Titelfoto: Tinnakorn Jorruang/ 123RF

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