Verunsicherung wegen Ibuprofen: Medikament in der Corona-Krise doch ungefährlich?

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Warnung vor der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zurückgenommen (TAG24 berichtete).

Können Coronavirus-Betroffene weiterhin Ibuprofen einnehmen? Die Verunsicherung ist groß.
Können Coronavirus-Betroffene weiterhin Ibuprofen einnehmen? Die Verunsicherung ist groß.  © Patrick Seeger/dpa (Symbolbild)

Das Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. 

Die WHO-Experten hatten Studien und Ärzte konsultiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es über die bekannten Nebenwirkungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen hinaus keine Hinweise auf negative Ibuprofen-Konsequenzen bei Covid-19-Patienten gebe. 

"Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab", teilte die WHO mit. 

Das hatte sie am Dienstag noch getan: "Wir raten, im Verdachtsfall Paracetamol und nicht Ibuprofen einzunehmen", sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier in Genf.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) schloss noch vergangene Woche nicht aus, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten:

"Ibuprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis", erläutert der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. "Bei Paracetamol ist das nicht der Fall."

Auch im Netz herrscht weiterhin Verunsicherung. So musste die Universität Wien eine in den sozialen Netzwerken verbreitete Falschmeldung klarstellen, in der ebenfalls davon abgeraten wurde, Ibuprofen einzunehmen.

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Titelfoto: Patrick Seeger/dpa

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