Gesundheitsminister Lauterbach: Das Ende der Pandemie ist (vielleicht) nah!

Berlin - Es ist eine Frage, die sich wohl jeder Deutsche stellt: Schaffen wir es in diesem Jahr endlich, die Pandemie zu überwinden und zu einem weitestgehend normalen Leben zurückzukehren? Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) sieht Deutschland hier an einer "Schnittstelle" angekommen. Das Ende könnte nahe sein, wenn man die Gelegenheit dafür ergreift.

Virologe Christian Drosten (49, l.) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) informierten über den aktuellen Stand der Pandemie.
Virologe Christian Drosten (49, l.) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) informierten über den aktuellen Stand der Pandemie.  © Kay Nietfeld/dpa

Man habe die Mittel, "die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden". Zu diesen Mitteln gehört vor allem das Impfen. "Ich bin der Meinung, dass wir von den Ungeimpften verlangen können, dass sie eine fast nebenwirkungsfreie Impfung, die wissenschaftlich nicht strittig steht, dass sie diese Impfung auch akzeptieren", so Lauterbach weiter vor dem Bundesrat, der am heutigen Freitag den neuen Quarantäne-Regeln der Ampel zustimmte.

"Wenn wir alle für uns in Anspruch nähmen, dass wir es nicht nötig haben oder besser wissen oder nicht mitmachen wollen oder ein anderes Staatsverständnis haben, dann würden wir im Chaos enden."

Besonders bei den Über-60-Jährigen würde es noch viel zu viele Ungeimpfte geben, betonte Virologe Christian Drosten (49) wenige Stunden später auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lauterbach und RKI-Chef Lothar Wieler (60).

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"Es ist, glaube ich, im Moment eine ganz schwierige Zeit zu kommunizieren. Vieles wird missverstanden." Zwar sei das jetzt im Land dominante Omikron milder, aber es gebe deutlich mehr Fälle. Die drei Millionen Ungeimpften und fast neun Millionen nicht Geboosterten in dieser Altersgruppe würden hierzulande für schlechte Voraussetzungen sorgen.

Man brauche die drei Impfungen, um gut gegen Omikron geschützt zu sein.

Israel impft schon zum vierten Mal

Andere Länder sind da inzwischen noch weiter. "Israels bahnbrechende Impfkampagne hat einen weiteren Meilenstein erreicht", verkündete Ministerpräsident Naftali Bennett (49) stolz, dass inzwischen 500.000 Ü60-Jährige, Immungeschwächte sowie medizinisches und Pflegepersonal zum vierten Mal geimpft worden seinen.

Eine Neuerung hatte Lauterbach auch noch in petto: So soll das Personal von medizinischen Einrichtungen künftig bei PCR-Tests priorisiert behandeln werden, besonders wenn die Kapazitäten der Labore eigentlich ausgeschöpft sind.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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