Coronavirus-Pandemie: Ärztin mit Angst vor unsicheren Abtreibungs-Methoden

Gießen - Ärzte sorgen sich wegen der Coronakrise um ungewollt schwangere Frauen, die einen Abbruch planen. 

Frauenärztin Kristina Hänel.
Frauenärztin Kristina Hänel.  © dpa/Boris Rössler

Es könne sein, dass diese wieder zu unsicheren Abtreibungsmethoden griffen, "mit der Gefahr von gesundheitlichen Schäden wie Entzündungen, Sterilität, Blutungen, bis hin zum Tod", erklärte die Gießener Ärztin Kristina Hänel am Sonntagabend gemeinsam mit einem Netzwerk aus Ärzten, die die Eingriffe anbieten.

Derzeit gebe es große Einschränkungen in Beratungsstellen sowie Praxen und Kliniken. 

Zu befürchten sei zugleich, dass es wegen der Ausgangsbeschränkungen zu mehr unerwünschten Schwangerschaften infolge einer Zunahme häuslicher und sexueller Gewalt komme.

Das Netzwerk aus Ärzten und Verbänden wie Pro Familia fordert unter anderem, Videoberatung oder telefonische Beratung der Frauen zu ermöglichen. 

Ansonsten müssten die vor den Eingriffen vorgeschriebene Pflichtberatung und die Wartefrist ausgesetzt werden.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch zuhause mit telemedizinischer Begleitung solle bis Ende der neunten Woche zugelassen und die Eingriffe sollten als notwendige medizinische Leistungen im Sinne der Pandemiebestimmungen anerkannt werden.

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Titelfoto: dpa/Boris Rössler

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