Droht Gesundheitsminister Spahn nach dem "Aufzug-Gate" nun Ärger mit der Polizei?

Gießen - Gibt es jetzt richtig Ärger für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (39)? Nachdem ein Foto auftauchte, das ihn zusammen mit weiteren Politikern in einem Aufzug der Uniklinik in Gießen zeigte, gingen zahlreiche Anzeigen bei der Polizei ein.

Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen drängen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (l.), und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (m.) mit Begleitern in einem Fahrstuhl.
Bei einem Besuch der Uniklinik Gießen drängen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (l.), und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (m.) mit Begleitern in einem Fahrstuhl.  © Bodo Weissenborn/Hessischer Rundfunk/dpa

Auf dem Twitter-Account des Polizeipräsidiums Mittelhessen wurde am Mittwoch eine Diskussion mit mehreren Usern publik. Anlass dafür war die Tatsache, dass scheinbar mehrere "Hinweise, Mitteilungen und Anzeigen" eingegangen seien, wie es in dem Beitrag der Behörde hieß.

Dabei drehe es sich vor allem um die beim sogenannten "Fahrstuhl-Gate" nicht eingehaltenen Mindestabstände im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

Das Foto, das neben Spahn auch Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (68) sowie Kanzleramtsminister Helge Braun (47) und einige Klinik-Mitarbeiter zeigt, sorgte im Netz schnell für Empörung (TAG24 berichtete).

Die von allen Beteiligten Mundschutze waren dabei nur ein schwacher bis gar kein Trost für die aufgebrachte Netzgemeinde. 

Diese zeigte sich zwar positiv gestimmt ob des Engagements der Ordnungshüter, machte sich aber zeitgleich wenig Hoffnung auf Konsequenzen für den Politiker.

  • "Vermutlich muss 5mal "Immunität" aufgehoben werden, bevor leider-Gewählte wegen Straftaten verurteilt werden können"
  • "Aus reinem Interesse: Könnte es passieren, dass am Ende nur Beteiligte was drankriegen, die keine #Immunität (politische) geniessen?" 

Hieß es beispielsweise in den Kommentaren. Laut Gesetzeslage könnten Spahn und alle Beteiligten mit Bußgeldern von bis zu 5000 Euro belegt werden. Das sah auch ein User so: "Der "Veranstalter" der #FahrstuhlGate CoronaParty ... müsste ja zu 2500 Euro (oder sogar Gefängnis?) verknackt werden, oder?" Wie die Polizei abschließend mitteilte, liege die Angelegenheit nun in den Händen der hessischen Staatskanzlei. 

Für seinen Fehltritt hatte sich Spahn im Anschluss öffentlich entschuldigt. Dieses Statement hatte für viele User dennoch einen faden Beigeschmack.

Update, 15.28 Uhr: Hessens Sozialminister Kai Klose bedauert "Aufzug-Gate"

Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) bedauert eine Aufzugfahrt mit vielen Menschen im Gießener Uniklinikum. Ein Foto, das Politiker und Mitarbeiter des Krankenhauses dicht gedrängt stehend im Aufzug zeigte, war am Dienstag durch die Sozialen Netzwerke gegangen und hatte für Kritik gesorgt. 

Wegen der Corona-Pandemie gelten eigentlich strenge Abstandsregeln. "Das war eine Situation, die so nicht hätte passieren dürfen", sagte Klose am Donnerstag. Trotz aller guten Vorsätze könne Unachtsamkeit zu solchen Situationen führen. "Das war nicht gut."

Titelfoto: Bodo Weissenborn/Hessischer Rundfunk/dpa

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