Greift bei Mischbetrieben die Staatshilfe nicht? Café-Chefin kämpft ums Überleben

Dresden - Der Staat hilft Gastwirten in der Corona-Krise, aber das Hilfenetz ist nicht engmaschig genug. Claudia Greifenhahn (53) vom aha-Café fällt (wahrscheinlich) durch. Ihr steht das Wasser bis zum Hals.

Claudia Greifenhahn (53) vom aha-Café an der Kreuzkirche stemmt sich gegen die Insolvenz. Ihre beiden Läden und das Café sind seit Wochen dicht.
Claudia Greifenhahn (53) vom aha-Café an der Kreuzkirche stemmt sich gegen die Insolvenz. Ihre beiden Läden und das Café sind seit Wochen dicht.  © Steffen Füssel

Der zweite Lockdown trifft Ladenbesitzer und Gaststättenbetreiber hart. Deshalb war die sogenannte Novemberhilfe für Claudia Greifenhahn vom Dresdner aha-Café an der Kreuzkirche ein Segen.

Der Abschlag von 10.000 Euro war zwei Tage nach Beantragung auf dem Konto. Das Geld auszugeben traut sie sich nicht. "Wir stehen quasi kurz vor der Insolvenz", sagt sie resigniert.

Ihr Geschäftsmodell ist ein Sonderfall: Sie betreibt zusätzlich zwei Weltläden und fällt damit unter die Kategorie Mischbetriebe, für die die Bundeshilfe nicht greift.

Das wurde allerdings erst öffentlich gemacht, als das Geld schon da war. "Ich befürchte, dass wir alles zurückgeben müssen."

Ihre 20 Festangestellten und die sieben Pauschalkräfte sind in Kurzarbeit, sie selbst seit dem 2. November ohne nennenswerte Einnahmen.

Aufgeben? Keine Option!

"Wir machen, was geht", so Claudia Greifenhahn, "ein Mittagsangebot zum Abholen, eine Kochkiste, ein selbst entwickeltes Kochbuch und nächste Woche starten wir ein Crowdfunding."

Was geholfen habe, seien Kurzarbeitergeld und Mehrwertsteuersenkung, die Corona-Hilfen eher nicht.

Aufgeben kommt für sie trotzdem nicht infrage. Bis Monatsende schafft sie es allemal. Aber dann?

Titelfoto: Steffen Füssel

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