Haariger Eklat: Frisch frisierte Fußballer machen Deutschlands Friseure fuchsig

Frankfurt am Main/Köln - Während unsereins infolge des Coronavirus-Lockdowns bereits seit vier Wochen auf jegliche professionelle Behandlung des eigenen Haupthaares verzichten muss und somit mitunter täglich einen Bad-Hair-Day durchleben muss, scheint sich dieser Umstand auf die Kicker der Bundesliga nicht sonderlich auszuwirken. Dass da etwas faul sein muss, findet auch der Zentralverband Friseurhandwerk (ZV).

Fotomontage: Auch beim Blick auf das Haupthaar von FC Bayern München-Topscorer Robert Lewandowski (32) kommt der Verdacht auf, dass dort ein Profi am Werk war (Symbolfoto).
Fotomontage: Auch beim Blick auf das Haupthaar von FC Bayern München-Topscorer Robert Lewandowski (32) kommt der Verdacht auf, dass dort ein Profi am Werk war (Symbolfoto).  © Montage: DPA/Sven Hoppe, 123RF/David Pereiras Villagra
Deshalb wandte sich die Innung mit einem offenen Brief - unter anderem auch auf dem sozialen Netzwerk Facebook - direkt an das Oberhaupt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Fritz Keller (63).

Mit der Schließung der rund 80.000 Salons, die dem deutschen Friseurhandwerk angehören, ab dem 16. Dezember 2020 leiste man laut eigenen Aussagen zufolge einen "enormen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie", wie es in dem Schreiben heißt.

Umso weniger Verständnis könne der ZV somit dafür aufbringen, dass ein Gros der Fußballprofis Spieltag für Spieltag "einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar" und "saubere Konturen" auf dem Kopf trage.

Man sei sich von Seiten der gefrusteten Coiffeure sicher, dass derartige Frisuren nur "professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können."

Kein Wunder, dass sich die mitunter noch auf Corona-Hilfen wartenden und zum Teil vor dem wirtschaftlichen Ruin stehenden Figaros verhöhnt fühlen.

In dem Brief appelliert der ZV zudem an die Vorbildfunktion für Jung und Alt seitens der professionell kickenden Bevölkerung, die mit einer derartigen Zurschaustellung der makellosen Haarpracht durchaus dazu verleiten könne, dass gefrustete Fußball-Fans mit dem Wunsch nach einer frischen Frise zur Schwarzarbeit animieren möchten.

Zentralverband Friseurhandwerk wendet sich mit offenem Brief an den DFB

Dass Fußballer in Corona-Zeiten selbst zur Schere greifen oder ihre Gattinnen mit der Haarpflege betrauen, bezweifeln auch die unzähligen Kommentatoren unter dem Beitrag, der am Dienstag in Windeseile die Runde machte. Allein nach fünf Stunden (Stand: Dienstag, 16.45 Uhr) wurde der Post über 1200 Mal geteilt.

Ob wir Robert Lewandowski (32) und Co. angesichts eines mutmaßlich noch längeren Lockdowns bald mit langer Wallemähne auf dem Platz sehen werden, darf bezweifelt werden. Die Innung legte dem DFB abschließend dennoch ans Herz, den "Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam" zu gehen.

Titelfoto: Montage: DPA/Sven Hoppe, 123RF/David Pereiras Villagra

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