Coronavirus: Das passiert mit den Flüchtlingen in Hamburg

Hamburg – Wer als Asylbewerber nach Hamburg kommt, muss meist monatelang in einer Sammelunterkunft für Hunderte Menschen wohnen. Welche Vorsorge wird gegen das Coronavirus getroffen? 

Blick durch die verschlossene Zufahrt auf die Erstaufnahmeeinrichtung (ZEA 2) für Asylbewerber im Hamburger Stadtteil Rahlstedt. 
Blick durch die verschlossene Zufahrt auf die Erstaufnahmeeinrichtung (ZEA 2) für Asylbewerber im Hamburger Stadtteil Rahlstedt.  © Markus Scholz/dpa

Alle neu eingereisten Flüchtlinge werden in Hamburg nach Angaben der Innenbehörde auf das Coronavirus getestet. 

"Bislang wurde kein positives Testergebnis gemeldet", teilte ein Sprecher der Behörde am Freitag mit. 

Wer aus einem Risikogebiet nach Definition des Robert-Koch-Instituts komme, werde gesondert untergebracht, bis ein negatives Testergebnis vorliege. 

In vielen anderen Bundesländern werde ähnlich verfahren. Eine Verteilung der Asylbewerber auf die Länder sei nur möglich, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen könnten.

Wenn negativ getestete Flüchtlinge aus Risikogebieten in Hamburg bleiben sollen, müssen sie zunächst 14 Tage in Quarantäne verbringen. "Dies entspricht der derzeitigen Regelung, wonach Hamburgerinnen und Hamburger, die aus Risikogebieten zurückkehren, in häuslicher Quarantäne bleiben sollen", erklärte der Sprecher. 

Seit wann die Regelung für Flüchtlinge gilt und getestet wird, blieb unklar.

Vier Asylbewerber in Isolation

Alle neu eingereisten Flüchtlinge werden auf das Coronavirus getestet.
Alle neu eingereisten Flüchtlinge werden auf das Coronavirus getestet.  © Mohammed Talatene/dpa

Mitte Februar waren in den vier Standorten der Zentralen Erstaufnahme fast 1000 Menschen untergebracht. 

Im Januar dieses Jahres kamen nach Angaben der Stabsstelle Flüchtlinge 679 Asylbewerber in Hamburg an, 434 verblieben in der Hansestadt, 245 Personen wurden in andere Bundesländer verteilt. Unter den 434 in Hamburg verbliebenen Flüchtlingen waren 65 Afghanen, 53 Iraner und 37 Syrer.

Bereits am Donnerstag hatte das Unternehmen Fördern & Wohnen, das in Hamburg Flüchtlinge und Obdachlose unterbringt, erklärt, es habe in seinen Gemeinschaftsunterkünften Vorsorge getroffen. "Wir können Menschen sehr gut isoliert unterbringen", sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Vier Bewohner von Unterkünften seien als reine Vorsichtsmaßnahme in häuslicher Isolation, sie zeigten aber keine Krankheitssymptome.

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Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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