Coronavirus wütet auf Krebsstation: Fegebank nimmt UKE in Schutz

Hamburg – Nach den Covid-19-Infektionen mehrerer Krebspatienten und Mitarbeiter am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) hat Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) versichert, dass das Krankenhaus die gesetzlichen Meldeketten durchgängig vollzogen habe.

Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Hansestadt Hamburg, spricht bei einer Pressekonferenz im UKE.
Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen), Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Hansestadt Hamburg, spricht bei einer Pressekonferenz im UKE.  © Axel Heimken/dpa

Das UKE sei sehr transparent gewesen und habe das für das Klinikum zuständige Gesundheitsamt sowie die für die Patienten zuständigen Ämter an deren Wohnort informiert, sagte Fegebank am Mittwoch im Radiosender NDR 90,3.

Laut Infektionsschutzgesetz sei die Wissenschaftsbehörde nicht Meldeempfängerin, aber sie stehe im ständigen Kontakt mit dem UKE. 

Der ärztliche UKE-Direktor habe sie in der Vergangenheit in Kenntnis gesetzt über verschiedene Fälle von Covid-19-positiv Getesteten am Klinikum, ergänzte Fegebank.

Coronavirus: Inzidenz bundesweit bei 15,5
Coronavirus Coronavirus: Inzidenz bundesweit bei 15,5

Nach Angaben der Wissenschaftssenatorin sind aktuell noch 18 Krebspatienten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, davon befinden sich drei auf der Intensivstation. 

Die anderen seien auf einer speziell eingerichteten Covid-19-Station untergebracht worden. "Alle anderen Krebspatienten werden weiter auf den onkologischen Stationen behandelt. Die sind aber Covid-frei." 

Die Infektionsketten seien derzeit noch nicht nachzuvollziehen, so Fegebank, werden laut UKE aber aufgearbeitet.

Kapazität von 5.000 Corona-Tests täglich

Der erste Corona-Fall Hamburgs ereignete sich am UKE.
Der erste Corona-Fall Hamburgs ereignete sich am UKE.  © Bodo Marks/dpa

Das UKE hatte am Vortag von rund 20 Patientinnen und Patienten sowie rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen berichtet, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. 

"Einige dieser Patienten werden entsprechend noch im UKE betreut, andere sind in die Häuslichkeit entlassen worden", sagte eine UKE-Sprecherin.

Das UKE war in Hamburg vom ersten Corona-Fall überhaupt betroffen. Ein Arzt auf der Kinderstation hatte sich im Urlaub angesteckt. Dieser Bereich arbeite nach Maßnahmen wie Prüfung der Infektionsketten, Feststellung der Kontaktpersonen und Quarantäne-Anordnungen heute wieder ganz normal, berichtete die Senatorin.

So sei auch auf anderen Stationen vorgegangen worden, wo es einzelne positiv getestete Fälle gegeben habe. "Man testet nicht alle Personen, die jeden Morgen das UKE betreten." Das gehe bei 12.000 Mitarbeitern nicht, die eigentlich täglich getestet werden müssten. 

Hamburg habe derzeit eine Kapazität von 5.000 Testungen täglich, bilanzierte die Grünen-Politikerin.

Titelfoto: Fotomontage: Axel Heimken/dpa, Bodo Marks/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0