Staatsanwaltschaft ermittelt nach Corona-Fällen auf Krebsstationen

Hamburg – Nach mehreren nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus im hochsensiblen Bereich der Krebsstationen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. 

Blick auf den Eingangsbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).
Blick auf den Eingangsbereich des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).  © Bodo Marks/dpa

Die Ermittlungen beträfen Verantwortliche der Klinik und eine Reinigungskraft, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach am Montag dem NDR. 

Zuvor waren zwei Strafanzeigen eingegangen. Nach einer ersten Prüfung sei nun ein Anfangsverdacht bestätigt worden.

Die Anzeigenerstatter hatten den Verantwortlichen des UKE demnach fahrlässige Körperverletzung und der Reinigungskraft versuchten Mord vorgeworfen.

"Die vorgetragenen Sachverhalte werden von der Staatsanwaltschaft jetzt umfassend in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht geprüft", erklärte Frombach. An die rechtliche Bewertung der Anzeigenerstatter sei die Staatsanwaltschaft nicht gebunden, es könne auch ein anderer Tatbestand infrage kommen.

Das UKE erklärte auf Anfrage des NDR, keine Informationen zu den Ermittlungen zu haben. Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass wohl eine Reinigungskraft für die Anfang April bekannt gewordene Infektion der rund 20 Patienten und 20 Mitarbeiter verantwortlich sein könne. Dies hatte die Klinikleitung bislang zurückgewiesen.

Nach UKE-Angaben sind inzwischen drei der betroffenen Patienten gestorben. Am Montag meldete das UKE den Tod eines 47-Jährigen. Er habe eine aggressive Leukämieerkrankung gehabt und dazu die Lungenkrankheit Covid-19. Am Abend sei der Mann nach mehreren Schlaganfällen und schwerem Lungenversagen gestorben. 

"Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob Covid-19 ursächlich für den Tod des Mannes war", erklärte das UKE. Zuvor waren bereits ein 80-jähriger Patient mit Blutkrebs und eine 59-jährige Patientin mit einer Knochenmarkserkrankung gestorben.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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