Airbus will Tausende Jobs in Deutschland streichen!

Hamburg – Der Flugzeugbauer Airbus streicht Tausende Stellen in Deutschland - offen ist dabei, wie stark der Standort Hamburg betroffen ist.

Ein Airbus-Techniker arbeitet in einem Rumpfsegment im Airbus Werk in Finkenwerder.
Ein Airbus-Techniker arbeitet in einem Rumpfsegment im Airbus Werk in Finkenwerder.  © Christian Charisius/dpa

Das sei noch Gegenstand von Diskussionen mit den Sozialpartnern, sagte ein Airbus-Sprecher am Mittwoch in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. 

Nach Informationen von NDR 90,3 steht im Werk Finkenwerder mehr als jeder sechste Job auf der Kippe.

Insgesamt sollen in Deutschland 5.100 Stellen wegfallen. Der Konzern hat betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. Weltweit will Airbus wegen der Corona-Krise 15.000 Stellen streichen. 

Arbeitnehmervertreter schlagen Alarm - sie befürchten einen Kahlschlag. Airbus-Chef Guillaume Faury betonte, man habe derartige Maßnahmen vermeiden wollen, müsse nun aber der Realität ins Auge sehen. Die Pläne sollen bis Sommer 2021 umgesetzt werden.

Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten - etwa in Hamburg-Finkenwerder, Stade oder Bremen. In der Verkehrsflugzeugsparte arbeiten demnach mehr als 28.000 Menschen.

Update, 14 Uhr: Jobabbau trifft alle norddeutschen Werke

Der angekündigte Jobabbau bei Airbus trifft nach Angaben von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) alle norddeutschen Standorte. 

Die Konzernleitung habe signalisiert, möglichst keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, sagte Althusmann am Mittwoch in Hannover der dpa. Geprüft werden sollen Vorruhestands- und Kurzarbeitsregelungen sowie flexible Arbeitszeitmodelle, um Airbus über die Krise zu helfen. Insgesamt sollen in Deutschland 5100 Stellen wegfallen. Welcher Standort in welchem Umfang betroffen ist, sagte Althusmann nicht.

"Wir brauchen eine klare Unterstützung der Luftfahrtindustrie durch Bund und Länder", sagte Althusmann. Die betroffenen Länder Hamburg, Niedersachsen und Bremen würden den Bund bitten, die Entwicklung neuer Antriebstechniken und Verbundstoffe für eine grüne Luftfahrt zu unterstützen. 

Eine große Hoffnung sei auch, dass der Bund die Zukunft des deutsch-französischen Airbus-Projekts ins Zentrum der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stelle. Seit Mitte Juni stünden die drei norddeutschen Länder mit dem Airbus-Management im Austausch, kurzfristig seien weitere Beratungen geplant. Niedersachsen wolle die Luftfahrtindustrie mit 40 Millionen Euro unterstützen, 20 Millionen davon seien im zweiten Nachtragshaushalt zur Corona-Krise eingeplant.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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