Corona-Krise: Polizei greift am Wochenende im Norden hart durch! 

Kiel/Hamburg – Verstärkte Polizeikontrollen: Schleswig-Holstein will am Wochenende das Einreiseverbot für Touristen und Zeitwohnungsbesitzer konsequent überwachen. Auch in Hamburg sollten die Bürger dringend darauf verzichten, sich mit mehr als nur einer Person zu treffen.

Ein Polizist kontrolliert an einer Sperre Fahrzeuge, die keine lokalen Kennzeichen haben. 
Ein Polizist kontrolliert an einer Sperre Fahrzeuge, die keine lokalen Kennzeichen haben.  © Markus Scholz/dpa

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) erinnerte daran, dass auch Besitzer von Ferienwohnungen und -häusern nicht nach Schleswig-Holstein kommen dürften. 

Die Polizei werde Menschen, die ohne Grund zu Zweitwohnsitzen fahren, wieder zurückschicken. 

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sagte mit Blick auf die Auflagen: "Von Lockerung kann vorerst keine Rede sein. Und wir werden auch am Wochenende sehr konsequent damit umgehen." Bei notorischen Verstößen oder gar Quarantäneverstößen drohten auch Ingewahrsamnahmen.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) betonte, dass mit der wachsenden Ausbreitung des Coronavirus der Schutz besonders gefährdeter Gruppen zunehmend in den Fokus rücke. Jeder sollte dazu beitragen, alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen, sagte Garg. 

Dazu gehöre auch der Verzicht auf Besuche, besonders in Pflegeeinrichtungen, aber auch in der eigenen Verwandtschaft. Einkäufe könnten vor die Tür gestellt werden, wie das derzeit auch schon in Nachbarschaftshilfe vorbildlich passiere.

Fünf Todesfälle in Schleswig-Holstein

Jogger laufen an der Außenalster an einem Hinweisschild des Bezirksamtes Eimsbüttel vorbei. 
Jogger laufen an der Außenalster an einem Hinweisschild des Bezirksamtes Eimsbüttel vorbei.  © Georg Wendt/dpa

Die Zahl der bestätigten Infektionen ist im nördlichsten Bundesland auf 821 Fälle gestiegen. 

Das waren 136 Betroffene oder knapp 20 Prozent mehr als einen Tag zuvor. Mittlerweile sind nach Angaben der Landesregierung 96 Menschen in klinischer Behandlung. Das sind 25 mehr als noch einen Tag zuvor. 

Berücksichtigt sind bis einschließlich Donnerstag gemeldete Fälle. Insgesamt hat es in Schleswig-Holstein bislang fünf Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Darunter fällt auch der Tod eines Touristen in Ägypten.

In Hamburg stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus auf zwei. Am Freitagnachmittag sei ein 71 Jahre alter Patient im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) gestorben, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Davor war bereits ein 52-jähriger Mann an den Folgen der Covid-19-Erkrankung erlegen.

Bei einem dritten Toten war zwar eine Corona-Infektion festgestellt worden. Doch sei diese wegen umfangreicher Vorerkrankungen des Mannes nicht als eindeutige Todesursache ausgemacht worden. 

1759 bestätigte Infektionen in Hamburg

Ein Seniorenheim ist geschlossen. Wegen der Corona-Krise sind Besuche derzeit verboten.
Ein Seniorenheim ist geschlossen. Wegen der Corona-Krise sind Besuche derzeit verboten.  © Frank Molter/dpa

Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Hamburger ist seit Donnerstag auf 1759 Fälle gestiegen. Unter den Infizierten sind 104 in stationärer Behandlung, 31 befinden sich auf einer Intensivstation.

Hamburger Freizeitunternehmen wie der Tierpark Hagenbeck oder das Miniatur Wunderland forderten unterdessen in einem offenen Brief an die Stadt Unterstützung. 

Sie bezogen sich dabei sowohl auf Entschädigungen auf Basis des Infektionsschutzgesetzes als auch auf Hilfen für Mietzahlungen. "Wir fordern eine Art "Kurzmietengeld", bei dem der Staat anteilig die Mieten von privaten Unternehmen übernimmt! Würde der Staat zum Beispiel mit 60 Prozent der Mietkosten in der Zeit der Schließung einspringen, könnten Vermieter und Mieter sich über die Differenzbeträge verständigen", heißt es in dem Schreiben.

Nach Angaben von Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) können von der Corona-Krise betroffene Solo-Selbstständige, Klein- und Kleinstunternehmer von Montag an bei der Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB) digital Anträge auf Soforthilfe stellen. 

Je nach Betriebsgröße können die Unternehmen vom Bund und der Stadt zwischen 11.500 und 30.000 Euro erhalten. "Wir sind darauf eingestellt, dass wir 100.000 plus x Anträge bekommen", sagte Dressel.

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Titelfoto: Markus Scholz/dpa

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