Hamburg verschärft Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten ab Freitag

Hamburg - Es ist beschlossen: Hamburg verschärft den Corona-Lockdown. Das hat der Senat am Mittwoch entschieden. Die neue Verordnung soll bereits von Freitag an bis Ende Januar gelten. Im Überblick erfahrt Ihr, was dann gilt.

Gastronomie und Einzelhandel bleiben weiter fast komplett geschlossen.
Gastronomie und Einzelhandel bleiben weiter fast komplett geschlossen.  © Bodo Marks/dpa

Kontaktbeschränkungen: Künftig darf sich ein Haushalt nur noch mit einer weiteren Person treffen. Dabei gibt es keine Ausnahmen für Kinder mehr. Bislang konnten maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten zusammenkommen, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt wurden. Wohngemeinschaften gelten als ein Haushalt.

Schulen: Die Aufhebung der Präsenzpflicht wird verlängert. Es soll in der Regel Distanzunterricht geben, also Aufgaben per E-Mail und gemeinsame Klassenstunden über Videokonferenzen. Schüler, die zu Hause nicht lernen können, dürfen aber weiter zur Schule gehen und werden dort pädagogisch betreut. Für Abschlussklassen sollen Sonderregelungen kommen, über die die Kultusminister noch beraten müssen. Im März will Hamburg wieder freiwillige "Lernferien" anbieten.

Kitas: Eltern, die ihre kleinen Kinder nicht zu Hause betreuen können, dürfen sie weiterhin in die Kita bringen. Auch Tagesmütter dürfen weiterhin Kinder betreuen. Es gilt aber ein eingeschränkter Regelbetrieb. Einschränkungen wird es dabei vor allem in den Randzeiten geben. Bis Ende Januar werden den Eltern deshalb die Gebühren für die Betreuung über die fünfte Stunde hinaus erlassen.

Spielplätze: Trotz der strengen Kontaktbeschränkung, die auch für Kinder gilt, bleiben die Hamburger Spielplätze geöffnet.

Pflegeheime, Reiserückkehrer und Hotspots

Kaum jemand fliegt, doch wer aus dem Ausland nach Hamburg zurückkehrt, braucht einen negativen Corona-Test.
Kaum jemand fliegt, doch wer aus dem Ausland nach Hamburg zurückkehrt, braucht einen negativen Corona-Test.  © Christian Charisius/dpa

Pflegeheime: In Pflegeheimen müssen sich das Personal und Besucher weiterhin regelmäßig testen lassen. Die Kosten dafür übernimmt die Pflegekasse. Die Hamburger Regelung soll nach dem Bund/Länder-Beschluss künftig bundesweit gelten.

Reiserückkehrer: Wer aus dem Ausland nach Hamburg zurückkehrt, braucht bei der Einreise einen Nachweis über einen negativen Corona-Test. Dann folgt eine zehntägige Quarantäne, die ab dem fünften Tag durch einen weiteren negativen Test verkürzt werden kann. Die Kosten für die Untersuchungen müssen die Rückkehrer selbst tragen.

Hotspots: Gemäß den Vereinbarungen von Bund und Ländern soll in Kreisen mit mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche die Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Einwohner dürfen sich dann nur aus triftigen Gründen mehr als 15 Kilometer vom Wohnort entfernen. Das hat Hamburg aber noch nicht in seine Verordnung übernommen.

Weiteres: Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte bleiben geschlossen. Kunden dürfen aber bestellte Waren abholen, sofern die Übergabe kontaktlos erfolgt. Supermärkte, Drogerien, Banken und Postfilialen sind nach wie vor geöffnet. Kantinen sollen wie Restaurants ihre Speisen und Getränke nur noch zum Mitnehmen herausgeben, sofern die Arbeitsabläufe dies ermöglichen. Sport-, Freizeit-, und Kultureinrichtungen wie Kinos, Theater, Museen, Tierparks und Fitnessstudios bleiben geschlossen.

Wie geht es weiter? Die Verordnung muss im Internet veröffentlicht werden, erst dann kann sie in Kraft treten. Bis dahin gilt die alte Verordnung vom 22. Dezember.

Am 25. Januar wollen die Ministerpräsidenten erneut mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) über die Lage beraten. Was ab Februar folgt, ist offen.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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