Nähmaschinen surren im Gefängnis: Häftlinge stellen tausende Schutzmasken her

Hannover – Angesichts knapper Atemschutzmasken sollen Häftlinge in Niedersachsen aushelfen und Masken herstellen. 

Die Häftlinge sollen tausende Masken nähen. (Symbolbild)
Die Häftlinge sollen tausende Masken nähen. (Symbolbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Nähereien zweier Justizvollzugsanstalten hätten ihre Produktion umgestellt und Nähmaschinen umgerüstet, teilte das niedersächsische Justizministerium am Freitag mit. 

Schon im Laufe der kommenden Tage sollten etwa 8500 Masken genäht werden. "Auch Gefangene wollen etwas tun, um in dieser Krise ihren Beitrag zu leisten. Das Nähen von Schutzmasken ist eine gute Gelegenheit", sagte Justizministerin Barbara Havliza (CDU).

Nach Angaben des Ministeriums hat die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta eigens einen Nähsaal eingerichtet. Genäht würden die Schutzmasken im Auftrag der Caritas

Bei voller Auslastung könnten bis zu 15 Gefangene mitarbeiten, 470 Meter geeigneter Stoff seien bereits geliefert worden. Die Mindestabstände untereinander sollten gewahrt bleiben. 

Alle Gefängnisse können mitmachen

Gitter sind vor den Fenstern der Zellen in der Justizvollzugsanstalt in Hannover zu sehen.
Gitter sind vor den Fenstern der Zellen in der Justizvollzugsanstalt in Hannover zu sehen.  © Peter Steffen/dpa

Die Masken würden über die Caritas an Krankenhäuser, Kliniken und Arztpraxen verkauft.

Außerdem sollen in der JVA Uelzen Schutzmasken genäht werden - dazu solle es eine Kooperation mit einem Zulieferer der Medizinischen Hochschule Hannover geben.

Mit eingebunden werde voraussichtlich auch die JVA Sehnde, teilte das Ministerium mit. Die dortige Wäscherei könne Reinigung und Desinfektion der Masken übernehmen. 

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers können sich grundsätzlich alle Gefängnisse beteiligen, die eigene Nähmaschinen haben. Mit Uelzen und Vechta sei aber "der Großteil des Potenzials ausgeschöpft".

Häftlinge, die sich beteiligen, werden entlohnt: In der Näherei gebe es Tagessätze, die sich zwischen 12,11 Euro und 15,41 Euro bewegten, sagte der Sprecher. 

Laut Justizvollzugsgesetz dienten Arbeit, arbeitstherapeutische Beschäftigung sowie Aus- und Weiterbildung vor allem dem Ziel, den Gefangenen Fähigkeiten für die Zeit nach der Entlassung zu vermitteln oder sie zu fördern.

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Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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