Harry G nimmt Adidas und Co. in Corona-Krise ins Visier! "Ja, leckt mich am Arsch!"

München - Harry G (40) ist Münchens beliebtester Grantler. Nun hat der bissige Komiker, Kabarettist und Schauspieler aus Bayern seinem Frust einmal mehr Luft gemacht. Im Visier: das Handeln von Adidas und Co. in der Corona-Krise.

Harry G ist Münchens beliebtester Grantler - und hat wieder einmal ausgeholt.
Harry G ist Münchens beliebtester Grantler - und hat wieder einmal ausgeholt.  © Montage: Felix Hörhager/dpa, Daniel Karmann/dpa, Hauke-Christian Dittrich/dpa, Julian Stratenschulte dpa/lnw

Am zurückliegenden Donnerstag sorgte der Sporartikelhersteller aus dem bayerischen Herzogenaurach für erhebliches Aufsehen. 

Aufgrund der Tatsache, dass die Adidas-Geschäfte wegen der Vorschriften, die im Zuge des Kampfes gegen das sich ausbreitende Coronavirus erlassen wurden, derzeit geschlossen bleiben müssen, erklärten die Verantwortlichen, ab April temporär keine Miete für Läden mehr zahlen zu wollen. 

Weitere bekannte Unternehmen wie beispielsweise Deichmann oder H&M wollen dann ebenfalls Miet- und Nebenkostenzahlungen aussetzen.

"Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen temporär aussetzt, wo unsere Läden geschlossen sind. Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch", erklärte eine Firmensprecherin des Herstellers am Tag darauf.

Jenes Vorgehen in Krisenzeiten stieß auf überaus scharfe Kritik. Vor allem viele Kunden machten ihrem Frust über das Handeln angesichts der enormen Gewinne, welche die Unternehmen etwa im Jahr zuvor erzielen konnten, in den sozialen Netzwerken Luft

Nun hat sich auch Münchens beliebtester Grantler in seiner für ihn typischen und somit sehr direkten Art geäußert.

Mietstopp in Corona-Krise? Harry G findet auf Instagram deutliche Worte

In einem kurzen Video, das Harry G auf seinem Instagram-Profil veröffentlicht hat, lässt der 40-Jährige kein gutes Haar an den Unternehmen, die sich für den Schritt des temporären Mietstopps entschieden haben.

"Was für ein asoziales Signal ist das denn bitte", regt sich der Kabarettist sichtlich auf. Adidas habe im Jahr 2019 einen Umsatz von 23,6 Milliarden Euro gemacht sowie einen Gewinn von zwei Milliarden Euro erzielt, fasst der Münchner zusammen und schiebt unmittelbar nach: "Und da könnt ihr keine Miete zahlen? Wollt ihr uns verarschen?" Das Vorgehen sei "eine Frechheit".

Er werde jene Marken in Zukunft boykottieren. Die "kleinen Unternehmer, Cafes, Einzelhändler, Veranstaltungsstätten" und viele weitere würden ihre Miete weiter berappen - ohne zeitgleich auch nur einen Cent Umsatz zu machen. Diese dürften jedoch "am Ende auch noch einen zusätzlichen Kredit zurückzahlen", empört er sich der Komiker. "Und ihr?"

Als "gesunder Milliardenkonzern" die Schutzvorrichtungen für Mieter, die "wirklich in Existenznot" seien, so schamlos auszunutzen? "Ja leckt mich am Arsch. Von mir bekommt ihr keinen Cent mehr!" Und er hoffe, "von allen anderen auch nicht", schließt Harry G sein einmal mehr deutliches Statement ab, für das er von den meisten seiner inzwischen knapp 160.000 Follower auf der beliebten Social-Media-Plattform gefeiert wird.

Miet-Problematik in der Corona-Krise: Zahlungspflicht ist aufgeschoben, nicht aufgehoben!

Möglich wird der entsprechend eingelegte Mietstopp durch das unlängst vom Bundestag und Bundesrat zur Bewältigung der Corona-Krise verabschiedete und für viele Unternehmen wichtige Rettungspaket. In jenem wird unter anderem vorgesehen, dass "pandemiebedingte Mietaussetzungen" in einem Zeitfenster von April bis Juni keinen Kündigungsgrund mehr darstellen. 

Je nach Entwicklung könnte dieser zunächst auf diese Monate begrenzte Zeitraum sogar noch verlängert werden.

Was jedoch nicht minder wichtig ist, oftmals jedoch gänzlich in den Hintergrund gerät: Die jeweilige Zahlungsverpflichtung bleibt trotz der neuen Sonderregelung grundsätzlich bestehen. Die Zahlungspflicht ist somit aufgeschoben, nicht aufgehoben.

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted (58) erklärte inzwischen zudem, dass das Unternehmen privaten Vermietern unverändert die Miete zahlen werde. "Nur im Ausnahmefall sind unsere Vermieter Privatpersonen. Wir haben sie ausgenommen, sie werden ihre April-Miete wie gewohnt erhalten", sagte der 58-Jährige gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Einen Großteil der eigenen Geschäfte hätte der Konzern von Immobilienvermarktern und darüber hinaus auch Versicherungsfonds angemietet. Diese hätten für den von Adidas vollzogenen Mietzahlungsstopp "überwiegend Verständnis gezeigt", so Rorsted.

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Titelfoto: Montage: Felix Hörhager/dpa, Daniel Karmann/dpa, Hauke-Christian Dittrich/dpa, Julian Stratenschulte dpa/lnw

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