Harsche Kritik an Bürgermeister Tschentschers Corona-Kurs: "Eine einzige Katastrophe!"

Hamburg - Die Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft hat den Corona-Kurs von Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD) im Zusammenhang mit dem zurückgenommenen Oster-Lockdown kritisiert.

Katharina Fegebank (44, Bündnis 90/Grüne), Zweite Bürgermeisterin von Hamburg, und Peter Tschentscher (55, SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, geben in Folge der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz eine Pressekonferenz im Rathaus.
Katharina Fegebank (44, Bündnis 90/Grüne), Zweite Bürgermeisterin von Hamburg, und Peter Tschentscher (55, SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, geben in Folge der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz eine Pressekonferenz im Rathaus.  © Georg Wendt/dpa

"Ausgerechnet vor Ostern den Lebensmittelhandel dicht zu machen, um damit einen Run auf die Läden zu provozieren, kann auch nur jemand beschließen, der schon lange nicht mehr einkaufen war", sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering am Mittwoch.

Statt kluger Lösungen verharre man nun wieder "im Lockdown aufgrund nicht vorhandener Alternativen". Testen und Impfen seien der Ausweg. "Die Impfstoffmenge wird in den nächsten Wochen deutlich zunehmen, und dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen".

Der Gesundheitsexperte der Linksfraktion, Deniz Celik (43), nannte das Krisenmanagement von Bund und Ländern "eine einzige Katastrophe". Nicht einmal fünf Prozent der Hamburger habe bisher einen vollständigen Impfschutz erhalten.

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"Und auch nach einem Jahr Pandemie wissen wir immer noch nicht, wo sich die Menschen angesteckt haben." Zudem werde der Infektionsschutz am Arbeitsplatz "wieder einmal vollständig ausgeklammert".

Arbeitgeber sollten zu regelmäßigen Testungen verpflichtet werden.

AfD: Menschen mit Krisenmanagement unzufrieden

Die Menschen seien mit dem Krisenmanagement zunehmend unzufrieden, sagte AfD-Fraktionschef Alexander Wolf (53). Dies sei Folge kaum nachvollziehbarer Schritte wie der Reisemöglichkeit ins Ausland, etwa nach Mallorca. "Malle für alle, aber eine Ferienwohnung in Deutschland darf ich nicht anmieten? Das ist, gelinde gesagt, absurd", sagte er. Der Lockdown sei überzogen und "ein Irrweg".

Die FDP-Abgeordnete Anna von Treuenfels-Frowein (58) nannte es "verkehrt", dass Hamburg - anders als im jüngsten Bund-Länder-Beschluss vorgesehen - die Kontakte auch an Ostern auf maximal eine Person eines anderen Haushalts beschränkt.

"Machen Sie zumindest Ostern von den Kontaktregeln Gebrauch, die der Bund geschaffen hat", forderte sie.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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