Linker Stadtrat betitelt OB Hilbert als "Seuchendiktator"

Dresden - OB Dirk Hilbert (48, FDP) versucht, teils scheinbar im Alleingang, in Dresden harte Corona-Regeln durchzudrücken. So wollte der OB, notfalls ohne den Freistaat, eine Mundschutz-Pflicht durchsetzen. Immer mehr Politiker sind entsetzt.

Muss sich immer mehr Kritik gefallen lassen: Dirk Hilbert (FDP).
Muss sich immer mehr Kritik gefallen lassen: Dirk Hilbert (FDP).  © dpa-Zentralbild

Laut Stadtrat Tilo Wirtz (52, Linke) agiere OB Hilbert zunehmend als "Seuchendiktator". 

Denn: "Maßnahmen gegen diese Pandemie bedürfen der öffentlichen Diskussion und Abwägung. Zunehmend fällt auf, dass sich Verwaltungsbeamte und Spitzenpolitiker im Wettlauf um die drakonischste Maßnahme überbieten."

Auch die Freien Wähler kritisieren Hilbert scharf, fordern mehr Mitsprache. 

Demnach müssten solch weitreichende Entscheidungen zumindest im Ältestenrat (Versammlung der Fraktionschefs und des OBs) besprochen, eher sogar durch den Stadtrat beschlossen werden. 

Vize-Chefin Susanne Dagen (48): 

"Wir fordern Herrn Hilbert auf, sich wieder an die grundlegenden Spielregeln der Demokratie zu halten."

"Er hat offenbar Gefallen daran gefunden, den starken Macher zu spielen, um sich zu profilieren.“ 

Die Maskenpflicht ist in ganz Sachsen nun beschlossene Sache. Zumindest im Einzelhandel und im öffentlichen Verkehr muss Mund und Nase bedeckt sein. Hierfür muss es keine teure FFP2-Maske sein, ein Schal reicht ebenso aus.

Titelfoto: dpa-Zentralbild

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