Hilfe für Italien: Luftwaffe fliegt Covid-19-Patienten erfolgreich nach Köln

Köln/Bonn - Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise fliegt die Luftwaffe Patienten nach Deutschland aus. Der Airbus A310 MedEvac, die fliegende Intensivstation der Bundeswehr, sollte am Samstag sechs schwer erkrankte Italiener in Intensivbehandlung von Bergamo nach Köln bringen.

Der Airbus A310 MedEvac der Luftwaffe ist am Flughafen Köln/Bonn stationiert.
Der Airbus A310 MedEvac der Luftwaffe ist am Flughafen Köln/Bonn stationiert.  © Caroline Seidel/dpa

Die Maschine sei am Morgen in Köln gestartet, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

"In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu dem Einsatz. 

"Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Das Flugzeug sollte am späten Mittag zurück in Köln sein. Die Patienten sollten zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. 

Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen".

Update, 12.07 Uhr: Luftwaffe auf Rückweg nach Deutschland

Die Luftwaffe hat die Patienten in Italien an Bord genommen und befindet sich auf dem Rückweg nach Köln. Dies teilte die Luftwaffe am Samstagmittag per Twitter mit. Die Maschine soll am Nachmittag am Flughafen Köln/Bonn landen.

"Die Patienten werde dort dann weiter in verschiedene Krankenhäuser gebracht", informierte die Luftwaffe.

Update, 13.55 Uhr: Bereits 73 Patienten aus Italien nach Deutschland vermittelt

Die Bundeswehr war vom italienischen Zivilschutz um Amtshilfe gebeten worden, weil ihre eigenen Kapazitäten zur Verlegung der Patienten ins Ausland nicht ausreichten. Die italienische MedEvac-Maschine habe nur zwei Plätze für Patienten, die auf Beatmung angewiesen sind, sagte ein Parlamentarier, der an der Organisation der Hilfsaktion beteiligt war. 

In den vergangenen Tagen waren sechs Patienten mit drei Flügen von der italienischen Luftwaffe nach Sachsen gebracht worden. Nach Angaben des Bundestagsabgeordneten Marian Wendt (CDU) haben unter anderem auch Hamburg, Bayern, Berlin und Brandenburg Intensivplätze angeboten.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, bislang seien - auch mit Unterstützung der deutschen Botschaft in Rom - 73 Krankenhausplätze für italienische Patienten in acht Bundesländern vermittelt worden. 

Zudem würden bereits 30 französische Patienten in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen behandelt, mindestens 50 Behandlungsplätze seien Frankreich angeboten worden. Auch Berlin nimmt sechs schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich auf. Sie sollen an diesem Samstag in die Charité kommen, teilte eine Sprecherin des Senats am Samstag mit.

Die angesichts der hohen Infektionszahlen stark überlasteten Kliniken in Norditalien wählten für die Behandlung in Deutschland ausschließlich Patienten aus, die auf Beatmung angewiesen aber transportfähig seien, sagte Wendt.

Update, 15.01 Uhr: Luftwaffe landet mit Corona-Patienten in Köln

"Geschafft. Die 6 Intensivpatienten aus Bergamo sind mit unserem #A310 in Köln gelandet. Sie werden weiter transportiert in Kliniken nach Köln, Bonn und Bochum", teilte die Luftwaffe am Samstagnachmittag mit.

In den nächsten Tagen sollen weitere Flüge stattfinden.

Das Spezialflugzeug der Luftwaffe

Das Spezialflugzeug hat Platz für sechs Intensivpatienten und 38 weitere Liegeplätze.
Das Spezialflugzeug hat Platz für sechs Intensivpatienten und 38 weitere Liegeplätze.  © Caroline Seidel/dpa

An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. 

Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. 

Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden.

Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. 

Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

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Titelfoto: Caroline Seidel/dpa

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