Wer in diesen Branchen arbeitet, hat laut Virologin Ciesek ein höheres Corona-Risiko

Frankfurt am Main/Hamburg - Nicht nur Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten gezielt vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden, sondern auch Angehörige bestimmter Berufsgruppen.

Die Medizinerin und Virologin Sandra Ciesek warnt davor, dass Mitarbeiter der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft ein besonders hohes Corona-Risiko hätten.
Die Medizinerin und Virologin Sandra Ciesek warnt davor, dass Mitarbeiter der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft ein besonders hohes Corona-Risiko hätten.  © Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

Diese Auffassung vertrat die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update".

Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum in Frankfurt verwies dafür auf eine Preprint-Studie aus San Francisco.

Wissenschaftler hatten dafür die Daten von mehr als 10.000 an Covid-19 Verstorbener aus Kalifornien im berufstätigen Alter nach Beruf und Ethnie durchsucht.

Das höchste Risiko hatten Mitarbeiter der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft. Danach folgten Transport und Logistik, Baugewerbe und Fabriken. Von der ethnischen Zugehörigkeit her hatten Latinos das höchste Risiko.

Auch in Deutschland habe man große Ausbrüche in solchen Berufen gesehen, sagte Ciesek.

Dort arbeiteten oft Menschen, die extra für diese Arbeiten nach Deutschland kämen und hier zum Teil in Gruppenunterkünften lebten.

Virologin Ciesek fordert gute Konzepte und gute Teststrategien

"Das zeigt noch mal, wie wichtig es ist, dass es für diese Berufsgruppen gute Konzepte gibt, auch gute Teststrategien", sagte Ciesek. Wichtig sei auch, "dass man gut aufklärt, dass die Impfquote in diesen Berufen nicht zu niedrig ist, um das Infektionsgeschehen effizient eindämmen zu können".

Der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge wurden in Deutschland Menschen in Pflegeberufen und Erzieherinnen am häufigsten wegen Covid-19 krankgeschrieben. Das geht aus vorab ausgewerteten Daten zum TK-Gesundheitsreport 2021 hervor, der im Juni erscheinen soll.

Todesfälle waren in diesen Daten nicht ermittelt worden.

Titelfoto: Tobias Schwarz/AFP/Pool/dpa

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