Coronavirus hat Sport fest im Griff: Wie sieht es mit sächsischen Vereinen aus?

Deutschland - Das Coronavirus hat mit nun auch den Sport in Deutschland fest im Griff. Bayern, Bremen, NRW, Thüringen und Schleswig-Holstein haben gestern alle Veranstaltungen über 1000 Zuschauern abgesagt. Bayern bis Ostern, alle anderen Länder bis auf Weiteres. Was bedeutet das für die sächsischen Bundesliga-Teams? Wie geht es weiter?

Fußball

Hannovers Edgar Prib hielt im Hinspiel Anfang Oktober Dynamos Jannis Nikolaou fest. Das Rückspiel steigt (wohl) vor leeren Rängen.
Hannovers Edgar Prib hielt im Hinspiel Anfang Oktober Dynamos Jannis Nikolaou fest. Das Rückspiel steigt (wohl) vor leeren Rängen.  © Lutz Hentschel

Der 26. Spieltag in der 2. Bundesliga wird stattfinden, in den betroffenen Bundesländern aber ohne Zuschauer. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann hat ebenfalls "eine klare Handlungsempfehlung" für ihr Land abgegeben.

Betroffen wäre damit auch die Partie von Hannover 96 gegen Dynamo Dresden. 96 hat sich gestern nicht geäußert, man kann es aber wohl als gegeben hinnehmen.

Hauke Jagau, Regionspräsident von Hannover, erklärte schon vielsagend, er halte "halte die Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel mit Zuschauern stattfindet, für sehr gering. Wir werden spätestens bis Donnerstag eine Entscheidung treffen müssen."

Die DFL trifft sich am Montag zu einer Außerordentliche Mitgliederversammlung. "Dort sollen das weitere Vorgehen und auch mögliche Maßnahmen nochmals im Austausch mit allen Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga abgestimmt werden", weiß Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born.

Geprüft werden soll auch, ob einzelne Spieltage möglicherweise bis Ende Mai verlegt werden könnten. "Es geht um die Gesundheit von Menschen, daher muss der Fußball selbstverständlich auch mit sinnvollen und verhältnismäßigen Maßnahmen seinen Teil dazu beitragen", hofft Born auf kluge Entscheidungen.

Die Partie FC Carl Zeiss Jena gegen den Chemnitzer FC in der 3. Liga könnte auch betroffen sein. Wie der CFC mitteilte, werde eine Verlegung geprüft.

Eishockey

Die Saison für die Dresdner Eislöwen und die Lausitzer Füchse (hier beim Winterderby am 4. Januar) ist vorzeitig beendet.
Die Saison für die Dresdner Eislöwen und die Lausitzer Füchse (hier beim Winterderby am 4. Januar) ist vorzeitig beendet.  © Lutz Hentschel

Die DEL und die DEL2 haben am späten Dienstagnachmittag die Reißleine gezogen. Beide erklärten die Saison für beendet. Ein Deutscher Meister wird nicht gekürt, in der DEL2 gibt es keinen Champion und auch keinen Absteiger.

René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL2: "Natürlich haben wir gehofft, die Saison zu Ende zu spielen. Letztlich hat aber die Gesundheit aller Beteiligten und die Beachtung offizieller Anweisungen und Vorgaben oberste Priorität."

Im Umfeld der Lausitzer Füchse gibt es derweil einen Coronavirus-Verdachtsfall. Die betreffende Person wurde getestet, das Ergebnis lag am Dienstag noch nicht vor.

Ronald Byron, Presseverantwortlicher der Füchse, erklärte: "Die betreffende Person ist nicht direkt mit dem Verein verbunden. Sie hatte Kontakt mit einem Nachwuchsspieler, aber nicht mit Akteuren aus unserem Profi-Bereich."

Volleyball

In der Bundesliga der Frauen steht vor den Play-offs am Samstag der letzte Spieltag der Hauptrunde an, der DSC empfängt laut Plan den VC Wiesbaden. "Die Volleyball Bundesliga ist gewillt, die laufende Saison in einer für alle Vereine fairen Art und Weise zu Ende zu spielen, um Meister und Europapokalteilnehmer, aber auch mögliche Auf- und Absteiger zu ermitteln", heißt es in einer Erklärung.

"Wenn es notwendig ist, würden wir am Wochenende lieber vor leeren Rängen spielen, als die Partien ausfallen zu lassen", sagt Fabian Kunze von der Liga.

Handball

Die Männer-Bundesliga pausiert am Wochenende wegen des Länderspiels gegen die Niederlande am Freitag in Magdeburg, das ohne Publikum stattfindet.

Am Montag soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Karsten Günter, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig, hofft auf eine "gemeinsame und solidarische Vorgehensweise an Hand der realen Faktenlage. Alleingänge, Aktionismus und Hysterie sind fehl am Platze."

Die Frauen-Bundesliga hat laut Andreas Zschiedrich, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Boss des HC Rödertal, beschlossen, "den Spielbetrieb fortzuführen, mit Zuschauern. Es sei denn, die Behörden verfügen etwas anderes. Aber zu 80 Prozent der Partien in der 2. Liga kommen sowieso weniger als 1000 Besucher." Heißt: Rödertal, Zwickau und Leipzig werden am Sonnabend wohl spielen.

Laut "Stand jetzt" (HCE-Manager Karsten Wöhler) findet am Sonntag auch das Zweitliga-Sachsenderby der Männer zwischen dem HC Elbflorenz und dem EHV Aue mit Zuschauern statt. Die BallsportARENA ist mit 2600 Zuschauern ausverkauft.

Basketball

In der ProA steht am Wochenende ein Spieltag an (die Niners müssen aber erst am Dienstag ran), in der ProB beginnen für die Dresden Titans die Play-offs.

"Seitens der Spielleitung der 2. Bundesliga gibt es die Empfehlung, dass regulär weitergespielt wird. Wie gehen also davon aus, dass die Partie am Sonntag in unserer Halle stattfindet", berichtete Titans-Geschäftsführer Rico Gottwald: "Aber natürlich verfolgen wir die Entwicklung und warten auf mögliche Entscheidungen von Gesundheitsämtern."

Gottwalds Chemnitzer Amtskollege Steffen Herhold erklärte: "Wir arbeiten normal weiter, alles andere liegt nicht in unserer Hand. Vor 999 Zuschauern in der Messe zu spielen, macht für uns keinen Sinn. Die Zuschauereinnahmen sind für uns eine wichtige wirtschaftliche Komponente."

Ausfall oder leere Ränge Bisher betroffene Spiele von sächsischen Teams

Fußball

2. Bundesliga

  • 1. FC Nürnberg - Erzgebirge Aue (22.3.)
  • Arminia Bielefeld - Dynamo Dresden (3.4.)

3. Liga

  • Viktoria Köln - FSV Zwickau (18.3.)
  • MSV Duisburg - Chemnitzer FC (21.3.)
  • Bayern München II. - FSV Zwickau (8.4.)
  • Würzburger Kickers - Chemnitzer FC (18.4.).

Handball

1. Bundesliga

  • Bergischer HC - DHfK Leipzig (19.3.)

2. Bundesliga

  • HC Coburg - HC Elbflorenz (21.3.)
  • TuS N-Lübbecke - HC Elbflorenz (3.4.).

Basketball

ProA

  • Ginats Leverkusen - Niners Chemnitz (21.3.)
  • Nürnberg Falcons - Niners Chemnitz (4.4.).

ProB / Play-offs

  • BBC Coburg - Dresden Titans (22.3.)

Eishockey

Die Saison in der DEL2 ist beeendet, Play-offs und Play-downs finden nicht mehr statt

Alle Infos im Corona-Liveticker >> hier.

Titans-Spieler Sebastian Heck (hier gegen Schwelm) bugsiert den Ball in den Korb. Auch am Sonntag?
Titans-Spieler Sebastian Heck (hier gegen Schwelm) bugsiert den Ball in den Korb. Auch am Sonntag?  © Lutz Hentschel
DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther hofft auf viel Solidarität in der Handball-Bundesliga.
DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther hofft auf viel Solidarität in der Handball-Bundesliga.  © picture point/Sven Sonntag

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