Immer mehr Covid-19-Mutationen in Sachsen: Rollt jetzt die dritte Corona-Welle an?

Dresden - Die Inzidenz in Sachsen ist wieder ganz leicht angestiegen - zum ersten Mal seit Tagen. Gleichzeitig häufen sich die Fälle von Covid-19-Mutationen. Kommt jetzt die dritte Corona-Welle?

Staus an den Grenzübergängen zwischen Tschechien und Deutschland. Was bescheren uns die neuen Virusvarianten noch alles? Klar ist: Die Ansteckungen mit der britischen Mutation nehmen zu. (Bildmontage)
Staus an den Grenzübergängen zwischen Tschechien und Deutschland. Was bescheren uns die neuen Virusvarianten noch alles? Klar ist: Die Ansteckungen mit der britischen Mutation nehmen zu. (Bildmontage)  © Holm Helis, imago images/Christian Ohde

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 68,4. Am Tag zuvor waren es noch 68,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die Entwicklung stagniere, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD) am Dienstag.

Vor einer Woche lag der Wert noch bei 91,3.

Einen Anstieg registrierten die Gesundheitsämter bei den Mutationen. Bisher wurden 82 Fälle festgestellt. 63 Mal handelte es sich dabei um die britische Variante, in fünf Fällen um die südafrikanische. Die restlichen Fälle seien bisher nicht eindeutig bestimmbar, hieß es.

Wissenschaftliche Hinweise auf eine tschechische Mutation, die ein tschechischer Parasitologe entdeckt haben will, gebe es bisher nicht, so Staatsminister Oliver Schenk (52, CDU).

In Sachsen werden alle positiven Corona-Tests auf die bekannten Mutationen untersucht.

Am stärksten davon betroffen ist bisher das Vogtland mit 29 Fällen. Es liege nahe, zu vermuten, dass das gehäufte Auftreten in den Grenzregionen mit den hohen Zahlen an festgestellten Mutationen der Nachbarkreise in Bayern und Tschechien zusammenhänge, so Schenk.

Gesicherte Erkenntnisse gebe es darüber bisher nicht. Aber: Offenbar baut mit den steigenden Mutationsfällen ein gegenläufiger Effekt zu den stagnierenden oder sinkenden allgemeinen Infektionszahlen auf. "Wir werden damit auf jeden Fall im März konfrontiert sein", prophezeite Schenk.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (62, SPD).  © Uwe Meinhold
Staatsminister Oliver Schenk (52, CDU).
Staatsminister Oliver Schenk (52, CDU).  © Eric Münch

Kampf gegen das Coronavirus: Neue Quarantäne-Schutzverordnung

Ab dem heutigen Mittwoch sind Personen bestimmter Branchen bei der Rückkehr aus dem Ausland nach Sachsen von der Quarantänepflicht befreit. Dazu gehören:

  • Polizei (Auslandseinsatz)
  • Wasser, Abwasser, Energie
  • Transport und Verkehr
  • Abfallwirtschaft
  • Apotheken, Labore
  • Bestattungswesen
  • Ernährungswirtschaft.

Außerdem: Menschen, die aus dringenden humanitären Gründen einreisen (Todesfall, Geburt). Erforderlich sind: amtliche Bescheinigung (voraussichtlich ab Montag), negativer Corona-Test und bei Berufspendlern tägliche Testung.

Titelfoto: Holm Helis, imago images/Christian Ohde

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