Impf-Hilferuf aus Nordsachsen: "Die Geduld der Menschen ist am Ende"

Delitzsch - Mit einem Appell für Impfungen vor Ort hat sich der Oberbürgermeister von Delitzsch (Landkreis Nordsachsen), Manfred Wilde (58, parteilos), an die sächsische Landesregierung gewandt.

Appell an die Landesregierung: Der Oberbürgermeister von Delitzsch fordert Impfeinsätze vor Ort. (Symbolbild)
Appell an die Landesregierung: Der Oberbürgermeister von Delitzsch fordert Impfeinsätze vor Ort. (Symbolbild)  © Sven Hoppe/dpa

"Wir brauchen Impfeinsätze vor Ort und das schnell", erklärte der parteilose Kommunalpolitiker am Dienstag. Die 25.000-Einwohner-Stadt Delitzsch ist 70 Kilometer vom Kreisimpfzentrum Belgern entfernt.

Etwa 5000 Menschen in Delitzsch seien älter als 70 Jahre, so Wilde. Viele kämen mit dem Online-Impfportal nicht zurecht und riefen dutzende Male vergeblich bei der Impfhotline an. "Die Geduld der Menschen ist am Ende und mittlerweile auch meine."

Mehr als zwei Monate nach Beginn der Impfungen seien in Nordsachsen nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung geimpft.

Für einen Impfeinsatz in Delitzsch bot Wilde das Bürgerhaus an. Die wenigen in Sachsen eingesetzten Impfbusse kämen nicht einmal in die Nähe der Stadt, so der Oberbürgermeister.

An Impfungen durch Ärzte vor Ort sei noch lange nicht zu denken.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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