Impfchaos in Darmstadt: Menschen warten bis zu fünf Stunden in der Kälte

Darmstadt - Bei der zweiten eröffneten Impfambulanz in Darmstadt wollten sich am Freitag einige Personen ihre Impfung abholen. Was sich dort allerdings abspielte, ließ die Menschen nur kopfschüttelnd zurück.

Hunderte Menschen warteten in Darmstadt am Freitag stundenlang bis sie sich impfen lassen konnten.
Hunderte Menschen warteten in Darmstadt am Freitag stundenlang bis sie sich impfen lassen konnten.  © 5vision.media

Im Darmstadtium, einem Wissenschafts- und Kongresszentrum in Darmstadt, sollten am heutigen Freitag einige Menschen ihre Impfungen bekommen.

Die sogenannte Impfambulanz ist dort freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet und die zweite ihrer Art in Darmstadt. Auch im Stadtteil Bessungen ist es möglich, sich bei einer Impfambulanz seinen Pieks abzuholen.

Schnell hin, impfen lassen und wieder ab nach Hause. So dachten wohl die meisten Leute in Darmstadt, als sie von den Impfambulanzen hörten und sich dafür entschieden, eine der Stationen aufzusuchen.

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Falsch gedacht. Schnell ging es vor Ort so gar nicht. Die Menschen mussten bis zu fünf Stunden in der Kälte ausharren, um an die wichtige Spritze zu gelangen.

DRK muss zur Hilfe anrücken

Sogar das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr mussten anrücken, um die Lage für die Menschen etwas erträglicher zu machen.
Sogar das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr mussten anrücken, um die Lage für die Menschen etwas erträglicher zu machen.  © 5vision.media

Vor allem bei vielen älteren Menschen laufen mittlerweile die empfohlenen sechs Monate ab, nach denen man seine Booster-Impfung bekommen sollte.

Natürlich standen deshalb auch vermehrt ältere Leute an, für die das lange Warten in der Kälte eine noch schlimmere Zumutung war.

Aufgrund der langen Schlange vor den Türen des Darmstadtium und der Kälte wurde gegen 13.30 Uhr am Freitag das Deutsche Rote Kreuz alarmiert.

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Der Betreuungszug des DRK sollte Zelte, Heizungen und Lichtmasten aufbauen, um das Warten für die Impfwilligen etwas angenehmer zu gestalten.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Darmstadt musste zur Hilfe herangezogen werden.

Darmstädter SPD übt Kritik

In einer Pressemitteilung äußerte sich die Darmstädter SPD zu den Vorfällen vor den Impfambulanzen. "Die Stadt ist auf die Booster-Impfungen unheimlich schlecht vorbereitet", kritisiert der SPD-Vositzende Tim Huß. "Viele impfwillige Menschen müssen stundenlang auf ihre Booster-Impfung warten."

Der Sozialdemokrat führt weiter aus, dass die SPD sich darüber Gedanken mache, wie die Impfquote gesteigert werden könne und wie man Ungeimpfte von der Notwendigkeit der Impfung überzeugt. Dabei könne man aber nicht die Menschen vernachlässigen, die sich impfen lassen möchten.

"Die Impfwilligen lassen wir aber bis zu sechs Stunden in der Kälte stehen. Gerade für mobilitätseingeschränkte Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen sei das unzumutbar", so Huß.

Es bleibt abzuwarten, ob die Stadt Darmstadt ihre Impfambulanzen besser organisiert bekommt. Erste Schritte hierfür wurden bereits eingeleitet, indem man im Landkreis Darmstadt-Dieburg künftig auf vier Impfambulanzen aufstockt. Die Standorte in Reinheim und Pfungstadt starten mit den Impfungen am 3. beziehungsweise 6. Dezember.

Titelfoto: 5vision.media

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