Impfgegner-Demos in Hamburg: Tschentscher sieht's gelassen

Hamburg – Seit Wochen ziehen sie samstags durch Hamburg - und werden immer mehr. Über 11.000 Impfgegner gingen zuletzt auf die Straße. Ihr Motto: "Das Maß ist voll. Hände weg von unseren Kindern". Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD) sieht es gelassen.

Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD) sieht Hamburg als "eine Hochburg der Geimpften".
Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD) sieht Hamburg als "eine Hochburg der Geimpften".  © Marcus Brandt/dpa

"Wenn wir in einer Stadt mit fast zwei Millionen Menschen über solche Fragen diskutieren, können wir nicht erwarten, dass 100 Prozent der Menschen überzeugt sind", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Wichtig sei, dass der Protest friedlich erfolge. "Was wir in Hamburg zuletzt gesehen haben, war ein geordneter Demonstrationszug. So soll es in einer Demokratie sein."

Hamburg sei "vor allem eine Hochburg der Geimpften", sagte Tschentscher. "Über 90 Prozent der Erwachsenen in Hamburg haben bereits mindestens eine Impfung erhalten. Was es bei uns vielleicht stärker gibt, sind die Diskussionen über Einschränkungen für Ungeimpfte, weil wir die ersten waren, die das 2G-Konzept eingeführt haben."

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Er sei aber froh, "dass die überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Hamburg mit unseren Maßnahmen sehr einverstanden ist", sagte der Bürgermeister.

Peter Tschentscher sieht keinen Einfluss von Rechtsextremisten

Corona-Impfgegner demonstrieren in Hamburg. Der Bürgermeister sieht darin keine Gefahr.
Corona-Impfgegner demonstrieren in Hamburg. Der Bürgermeister sieht darin keine Gefahr.  © Georg Wendt/dpa

Einen Einfluss von Rechtsextremisten auf die Proteste sehe er nicht. "Ich denke nicht, dass es sich bei den Demonstranten um von Extremisten instrumentalisierte Personen handelt. Sie gehen für eine Haltung auf die Straße, die ich nicht teile, aber die in einer Demokratie und freien Gesellschaft zu erwarten ist."

Bei der letzten Demo am Samstag vor einer Woche, an der laut Polizei 11.500 Menschen teilnahmen, galt erstmals eine vom rot-grünen Senat beschlossene Maskenpflicht. Während bei Kundgebungen zuvor meist unmaskiert demonstriert wurde, hielten sich die meisten Teilnehmer an die neue Auflage.

Den Vorwurf, dass die Maskenpflicht darauf abziele, unliebsame Meinungen zu unterdrücken, wie er auch von der AfD geäußert wurde, wies Tschentscher zurück. "Die Einschränkungen bei Versammlungen beruhen allein auf dem Infektionsschutz und der Enge, die bei solchen Veranstaltungen herrschen kann."

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Die Omikron-Variante des Coronavirus sei noch ansteckender als die bisherigen Varianten. "Und es ist bekannt, dass bei zu großer Enge auch unter freiem Himmel leicht Infektionen auftreten können."

Titelfoto: Fotomontage: Marcus Brandt/dpa, Georg Wendt/dpa

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