Impftermin-Chaos am Montag: Twitter-Nutzer beschweren sich bei Fake-Laumann

Düsseldorf - Falscher Adressat: Nach dem holprigen Start der Impftermin-Vergabe in NRW haben sich mehrere Twitter-Nutzer bei einem Satire-Account zu Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU) beschwert.

Nach dem chaotischen Start der Impftermin-Vergabe in NRW haben sich Nutzer bei Twitter beschwert - und landeten auf einem Satire-Account zu Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU).
Nach dem chaotischen Start der Impftermin-Vergabe in NRW haben sich Nutzer bei Twitter beschwert - und landeten auf einem Satire-Account zu Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (63, CDU).  © Federico Gambarini/dpa

Unter "@KalleLaumann" twittern Unbekannte seit einigen Wochen als Fake-Minister. In der Beschreibung des Accounts wird Laumann als "Zukünftiger Bundeskanzler der Bundesrepublik" gehuldigt, der Kanal ist zudem als Satire gekennzeichnet.

Dennoch markierten mehrere Nutzer "@KalleLaumann" am Montag, um ihren Frust mitzuteilen.

Der falsche Laumann antwortete: "Leute, guckt euch bitte mal 'mein' Profil an. Ich kann euch nun wirklich NICHT bei Fragen rund um das Thema #Impfen und Terminvereinbarungen helfen. Echt nicht. Bitte wendet euch an die entsprechende Stellen. Danke."

Der echte Minister Laumann ist übrigens nicht bei Twitter, nur sein Ministerium.

Zum Start der Impftermin-Vergabe in NRW hat es am Montag einen Ansturm auf die Webseiten und Hotlines gegeben.

Website und Callcenter überlastet, Risikopatienten werden um Geduld gebeten

Beim Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen an ältere Menschen hat es Probleme gegeben. Beide Hotline-Telefonnummern und die Webseite waren überlastet. (Symbolbild)
Beim Start der Terminvergabe für Corona-Impfungen an ältere Menschen hat es Probleme gegeben. Beide Hotline-Telefonnummern und die Webseite waren überlastet. (Symbolbild)  © Roland Weihrauch/dpa

Die Kassenärztlichen Vereinigungen sprachen am Mittag von einer Überlastung und baten um Geduld.

Extrem hohe Zugriffszahlen auf die Webseiten und ein hohes Anruferaufkommen bei der Hotline 116 117 führten aktuell zu erheblichen Verzögerungen bei der Terminbuchung für die Impfberechtigten ab 80 Jahren in NRW, berichten die Organisationen. "Es wird unter Hochdruck an der Beseitigung der Engpässe gearbeitet", hieß es weiter.

"Alle, die die Möglichkeit haben, einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt zu buchen, sollten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen."

Update, 16.05 Uhr: Bürger im Kreis Gütersloh sollen dranbleiben

Zum Start der Impftermin-Vergabe hat der Kreis Gütersloh am Montag bislang erfolglose über 80-Jährige aufgerufen, es weiter zu probieren. Der Anmeldeprozess werde sich nach und nach entzerren, berichtete die Kreisverwaltung.

Bis 14 Uhr seien erst 194 von 10 400 Terminen vergeben worden. "Die vergleichsweise niedrige Zahl resultiert aus der Überlastung der Buchungssysteme."

Dadurch seien die Impfwilligen häufig nicht durchgekommen oder hätten im Internet Meldungen wie "kein Impftermin mehr frei" bekommen. Die Kreisverwaltung betonte: "Termine im Impfzentrum Kreis Gütersloh sind noch reichlich frei."

Für die ersten acht Wochen kalkuliere die Leitung des Impfzentrums mit rund 228 Impfdosen pro Tag. "Es sind also bereits über 10.000 Impftermine freigeschaltet." Sobald neue Lieferzusagen des Landes eingegangen seien, würden weitere Impftermine frei geschaltet.

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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