Infektiologe: Mutanten sind trotz sinkender Inzidenzen eine sehr reale Gefahr

München - Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner warnt trotz sinkender Inzidenzen vor einer Gefahr durch Coronavirus-Mutationen in Deutschland.

Trotz derzeit sinkender Inzidenzen wird vor einer realen Gefahr durch Coronavirus-Mutationen in Deutschland gewarnt. (Symbolbild)
Trotz derzeit sinkender Inzidenzen wird vor einer realen Gefahr durch Coronavirus-Mutationen in Deutschland gewarnt. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

"Wir müssen jetzt das Infektionsgeschehen unbedingt flach halten und eine Ausbreitung der Mutanten im Keim ersticken", sagte der Chefarzt für Infektiologie an der München Klinik Schwabing.

"Wir dürfen eine Gefahr nicht erst als real anerkennen, wenn sie uns in unserer persönlichen Realität ereilt. Maßnahmen erst dann zu treffen, wäre leider zu spät und würde erneut über tausend Menschenleben täglich kosten", führte er aus.

Es sei zwar schwierig, zu vermitteln, warum jetzt trotz sinkender Inzidenzen nicht der richtige Zeitpunkt für Lockerungen sei, sagte Wendtner.

Wie real die Gefahr sei, zeige sich aktuell aber schon in anderen Ländern: In Portugal sei der Anteil der britischen Virusvariante im Januar innerhalb von nur einer Woche von 6 auf 20 Prozent gestiegen, betonte Wendtner und schob unmittelbar nach: "Bei uns zeigt sich aktuell die gleiche Entwicklung."

Sollte es gelingen, die Mutanten in Deutschland in Schach zu halten, "heißt das nicht, dass es nie ein Problem gab, sondern dass wir es erfolgreich abwenden konnten", betonte Wendtner. "Wir müssen lernen, an unseren Erfolgen in der Pandemie festzuhalten, statt sie wellenartig in Frage zu stellen."

Wichtig sei zudem ein hohes Impf-Tempo, sagte Wendtner. "Das ist unsere Chance auf einen Ausweg aus der Pandemie, und das muss jetzt unser Fokus sein, ohne dabei das Virus selbst aus den Augen zu verlieren", erklärte er.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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