Intensivbetten: Wie sind die Kapazitäten in Deutschland?

Deutschland - Wo werden Intensivbetten knapp? In welchen Landkreisen werden die meisten Covid-19-Patienten im Krankenhaus versorgt? Eine interaktive Karte gibt Aufschluss.

Neben Intensivbetten stehen Beatmungsgeräte. Diese sind zu 70 Prozent bei den intensiv betreuten Covid-19-Patienten notwendig.
Neben Intensivbetten stehen Beatmungsgeräte. Diese sind zu 70 Prozent bei den intensiv betreuten Covid-19-Patienten notwendig.  © Roland Weihrauch/dpa

Das DIVI Intensivregister hat eine tagesaktuelle, interaktive Karte zur Statistik von der Belegung von Intensivbetten online zur Verfügung gestellt. Diese baut auf der Zusammenarbeit von zahlreichen Medizinern, Wissenschaftlern und Programmierern auf. 

Jeden Tag erkranken immer mehr Menschen an dem Coronavirus in Deutschland. Einige haben sehr leichte Krankheitsverläufe, anderen wiederum müssen mit sehr schweren Symptomen kämpfen.

In den schlimmsten Fällen müssen diese im Krankenhaus behandelt werden. Aktuell werden 72,9 Prozent der intensiv betreuten Patienten mit einem Beatmungsgerät versorgt. 

Laut der zur Verfügung gestellten Daten von Zeit Online gibt es in Deutschland 1160 Krankenhäuser mit etwa 31.200 Intensivbetten. Darüber hinaus können jedoch Reservebetten innerhalb eines Tages herangeschafft werden, sollten diese dringend benötigt werden.

Die Daten zeigen, dass es zum jetzigen Stand gut um die freien Intensivbetten bestellt ist. Denn es gibt noch rund 12.600 freie Betten, das sind 40 Prozent der Kapazitäten.

Momentan befinden sich 16.000 Menschen in Intensivversorgung, die nicht das Coronavirus besitzen. Das macht deutlich, dass nur ein Bruchteil der Intensivbetten von Covid-19 erkrankten Personen verwendet wird, um genau zu sein lediglich 9 Prozent.

Kein Grund zur Panik, jedoch gilt immer: Ansteckung um jeden Fall vermeiden!

Nach heftiger Kritik der Krankenhäuser bessern Bund und Länder das geplante Hilfspaket für die Kliniken in der Corona-Krise nach.
Nach heftiger Kritik der Krankenhäuser bessern Bund und Länder das geplante Hilfspaket für die Kliniken in der Corona-Krise nach.  © Roland Weihrauch/dpa

Deutschland steht mit seiner medizinischen Versorgung für viele Länder als Vorreiter da. 

Im Gegensatz zu Italien oder den Niederlanden sind die Intensivbetten bezogen auf die Anzahl der Einwohner eines Landes laut Statistik des Sciencemediacenter sogar in weit überdurchschnittlicher Anzahl vorhanden.

Dennoch gibt es in gewissen Landkreisen deutlich mehr Coronavirus-Fälle, als es in anderen der Fall ist. Während der Großteil Deutschlands mehr als 30 Prozent freie Kapazitäten der Intensivbetten vorweist, sieht es im südlicheren Teil geringfügig anders aus. 

Schwäbisch Hall weist mit Abstand am meisten Covid-19 Patienten auf den vorhandenen Intensivbetten auf. Danach folgen Hohenlohekreis, Mainz-Bingen, Mühldorf a. Inn. und Freising.

Es gibt auch Landkreise, in denen bislang überhaupt keine Patienten mit Coronavirus intensiv betreut werden. Dazu gehören Fürth, Coburg, Aschaffenburg, Neustadt A.D. Waldnaab, Ebersberg Osterode am Harz Tirschenreuth, Göttingen oder der Saale-Orla-Kreis.

Seit dem 16. April sind die Krankenhäuser dazu verpflichtet, ihre Belegungszahlen täglich zu melden. Daraus resultiert eine recht verlässliche Angabe. Engpässe können damit schnell kommuniziert werden.

Momentan werden in Krankenhäusern nur notwendige Operationen durchgeführt, damit es weiterhin freie Kapazitäten gibt. Doch wie bei den Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden auch die planbaren Operationen steigen, sollte die Situation zumindest so entspannt bleiben, wie sie derzeitig ist. 

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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