Intensivmediziner warnen: Nur ein sofortiger Lockdown kann jetzt noch helfen

Berlin - Der Präsident der Intensivmediziner-Gesellschaft DGIIN, Christian Karagiannidis (47), fordert angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen einen harten zweiwöchigen Lockdown sowie den sofortigen Stopp aller geplanten Öffnungsschritte.

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen könnte sich bald drastisch erhöhen, so befürchten es Intensivmediziner.
Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen könnte sich bald drastisch erhöhen, so befürchten es Intensivmediziner.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

"Die Beschlüsse für Modellprojekte nach Ostern sind völlig unpassend und müssen von Bund und Ländern sofort zurückgenommen werden", sagte Karagiannidis der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Es braucht eine Mischung aus hartem Lockdown, vielen Impfungen und Tests. Nur so lässt sich ein Überlaufen der Intensivstationen noch verhindern."

Ein solcher Lockdown müsse bundesweit gelten und zwei Wochen dauern. Karagiannidis, der auch wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters ist, mahnte zugleich: "Ich bitte die Politik, das Krankenhauspersonal nicht im Stich zu lassen."

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Bund und Länder hatten zu Beginn der Woche beschlossen, dass in ausgewählten Regionen und "zeitlich befristeten Modellprojekten" einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens testweise öffnen dürfen. Mehrere Länder haben angekündigt, gleich mehrere Modellregionen zu öffnen.

Das Saarland will nach Ostern sogar die Regelungen im gesamten Bundesland lockern.

Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland bei 124,9 (Stand: Samstag, 0 Uhr). Damit ist der Wert so hoch wie seit dem 19. Januar (131,5) nicht mehr.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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