Inzidenz bald nicht mehr Maß aller Dinge? LGL arbeitet an "einfacher, kommunikativer Formel"

München - Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, CSU) hat sich dafür ausgesprochen, bei zunehmendem Impffortschritt auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen in die Beurteilung der Corona-Gefahr einzubeziehen.

Klaus Holetschek (56, CSU), Gesundheitsminister von Bayern.
Klaus Holetschek (56, CSU), Gesundheitsminister von Bayern.  © Matthias Balk/dpa

"Inzidenz ist weiter ein wichtiger Vorwarnwert, wir wissen aber, dass wir sie ergänzen wollen um die Frage der Hospitalisierung", sagte Holetschek am Dienstag.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) arbeite gerade an einer Modellierung, wie man Hospitalisierung vor dem Impfen und danach sehen könne und wie man dies ins Verhältnis zur Inzidenz setzen könne.

Eine Arbeitsgruppe der Gesundheitsministerkonferenz solle dies auf eine "einfache, kommunikative Formel" bringen.

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"Ich bin der Meinung, dass die jetzigen Werte natürlich in der Zukunft höher sein müssen", sagte Holetschek.

Das LGL sei dabei, eine Lösung zu erarbeiten.

Zuvor hatte bereits Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54) erklärt: "Wir werden mit höheren Inzidenzwerten arbeiten müssen. Wenn wir eine Situation haben, in der ungefähr die Hälfte geimpft ist, muss es mindestens die doppelte Inzidenz geben, bevor man überlegt, was man macht", sagte Söder am Samstag.

Bayern: Mehr als die Hälfte der Volljährigen vollständig geimpft

Am Dienstag zählte das Robert Koch-Institut für Bayern 120 neue Infektionsfälle. Eine Woche zuvor waren es mit 66 nur gut halb so viele. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag bei elf und steige seit Tagen kontinuierlich, sagte Holetschek.

68 Prozent der Volljährigen hätten eine Erstimpfung erhalten, 51 Prozent seien vollständig geimpft.

Der Blick richte sich mit einer gewissen Sorge nach Großbritannien. Dort hat die Regierung praktisch sämtliche Vorsichtsmaßnahmen aufgegeben, die Infektionszahlen steigen rapide.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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