Iraner fragt, warum im Land Moscheen offen bleiben dürfen: Jetzt droht ihm die Todesstrafe

Maschhad (Iran) - Ein falsches Wort im Iran, in dem die Corona-Pandemie momentan besonders heftig zuschlägt, kann zur Todesstrafe führen. 

Reza Tabrizi wurde vor seinem Fitnessstudio verhaftet.
Reza Tabrizi wurde vor seinem Fitnessstudio verhaftet.  © Twitter/Screenshot/@AlinejadMasih

Derzeit muss der Bodybuilder Reza Tabrizi um sein Leben fürchten, berichtet aktuell die britische Daily Mail

Grund: Der Athlet hat auf seinem Instagram-Account gefragt, warum in der iranischen Stadt Maschhad  Turnhallen geschlossen sein müssen, während religiöse Einrichtungen offen bleiben dürfen - und nannte dies "heuchlerisch".

Die iranische Journalistin Masih Alinejad berichtete am Dienstag auf ihrem Twitter-Account, dass sich Tabrizi wegen dieser Kommentare mit der Todesstrafe konfrontiert sieht.

Die Iranerin teilte außerdem ein Video, in dem zu sehen ist, wie der Sportler vor seinem Fitnessstudio verhaftet und in ein Polizeiauto geleitet wird. Reza Tabrizi, der eigentlich auf einen Rollstuhl angewiesen ist, schafft es in dem Clip dank einer Gehhilfe zu Fuß zu dem Fahrzeug.

Der iranische Geistliche Morteza Mustafazadeh, der Chef der mächtigen iranischen Basidsch, eine als inoffizielle Hilfspolizei eingesetzte paramilitärische Miliz des Iran, rief dazu auf, den Bodybuilder zu exekutieren. 

Tabrizi entschuldigt sich

"Dieser Typ hat eine bedrohliche Beleidigung auf seinem Instagram-Account gepostet und dachte, dass er in dem Land, das von unseren religiösen Überzeugungen regiert wird, alles Verdammte tun könnte, was er will. Gott sei Dank, ist er jetzt hinter Gittern", sagte er.

Tabrizi gab nach seiner Festnahme eine Erklärung ab, in der er sich für jedwede Straftat entschuldigte, die durch seine Kommentare verursacht wurde.

Er sagte: "Ich entschuldige mich bei allen meinen Freunden und Fans und erkläre hiermit, dass die Liebe unserer religiösen Heiligen im Blut meiner Familie liegt. Wenn ich infolge eines Augenblicks der Nachlässigkeit Ihre Gefühle verletzt habe, entschuldige ich mich aufrichtig und bitte um Vergebung."

Ob Reza Tabrizi, der bei den Paralympics 2011 eine Silbermedaille im Kraftdreikampf gewann, dank seiner Entschuldigung von der Todesstrafe verschont wird, ist derzeit noch offen. 

Titelfoto: Twitter/Screenshots/@AlinejadMasih

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