Israel lockert Lockdown für Geimpfte: Impfstoff gibt es jetzt auch bei Ikea!

Tel Aviv - Israel hat am Sonntag Lockerungen für die Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung wieder genesen sind. Mit einem "Grünen Pass" dürfen sie unter anderem wieder Fitnessstudios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen.

Israel schreitet mit seinen Impfungen gegen das Coronavirus schnell voran.
Israel schreitet mit seinen Impfungen gegen das Coronavirus schnell voran.  © Tsafrir Abayov/AP/dpa

Gesundheitsminister Juli Edelstein (62) schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln.

"Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder", sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu (71) am Samstagabend.

Die Impfkampagne in Israel ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit fortgeschritten. Das Land mit seinen 9,3 Millionen Einwohnern gilt als Vorreiter.

Inzwischen kann sich jeder Bürger im Alter ab 16 Jahren impfen lassen. Die Infektionszahlen im Land sind weiterhin vergleichsweise hoch, in den vergangenen Wochen jedoch stetig gesunken.

Dabei bietet seit Sonntag auch das schwedische Möbelhaus Ikea Impfungen an. Bis Dienstag können Freiwillige zwischen 10 und 17 Uhr in den Einrichtungshäusern das Vakzin erhalten.

"Lassen wir uns impfen" heißt es in dem Aufruf.

Ikea bietet Impfungen im Einrichtungshaus aus

Impfausweis eine Woche nach der Zweitimpfung online erstellbar

Geimpft wird in Israel an vielen Orten. Hier erhält eine Frau mitten auf den Straßen in Tel Aviv den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
Geimpft wird in Israel an vielen Orten. Hier erhält eine Frau mitten auf den Straßen in Tel Aviv den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.  © Tomer Neuberg/JINI/Xinhua/dpa

Im Rahmen eines zweiten Öffnungsschritts nach einem wochenlangen Lockdown wurden am Sonntag auch Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser für Nicht-Geimpfte geöffnet.

Dort müssen weiter die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden. Auch die Schulen wurden für weitere Klassen geöffnet.

In Israel kann sich jeder Genesene sowie jeder Geimpfte eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Persönliche Informationen sind mittels eines einfachen QR-Codes ablesbar.

Besitzer eines solchen Impfausweises können sich dann einen "Grünen Pass" ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App.

Das Gesundheitsministerium hat mit der Polizei Maßnahmen vereinbart, die Fälschungen verhindern sollen.

Bei Verstößen drohen Unternehmen saftige Bußgelder, Fälschern des Grünen Passes hatte Gesundheitsminister Juli Edelstein sogar mit Haftstrafen gedroht.

Knapp 44 Prozent Erstimpfungen in Israel: In Deutschland sind es vier Prozent!

Insgesamt wurden in Israel seit dem 19. Dezember rund 4,3 Millionen Erst- und fast drei Millionen Zweitimpfungen verabreicht.

Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang knapp 3,2 Millionen Menschen eine erste und knapp 1,7 Millionen auch eine zweite Impfung.

Titelfoto: Tsafrir Abayov/AP/dpa

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