Ist Blutspenden nach der Corona-Impfung nicht mehr erlaubt?

Leipzig - Seit Ende Dezember wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Die Immunisierung hat dazu beigetragen, die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe sowie Todesfälle zu mindern und die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

In den sozialen Netzwerken wird behauptet, dass gegen das Coronavirus Geimpfte kein Blut mehr spenden dürfen. (Symbolbild)
In den sozialen Netzwerken wird behauptet, dass gegen das Coronavirus Geimpfte kein Blut mehr spenden dürfen. (Symbolbild)  © Ð˜Ð²Ð°Ð½ Река/123RF

In den sozialen Netzwerken werden derweil weiter Behauptungen zu vermeintlichen Gefahren verbreitet, die von den Impfungen ausgehen sollen.

Eine Facebook-Nutzerin fragt etwa: "Liebe Imbflinge, habt ihr euch schon die FRAGE gestellt, wieso ihr KEIN BLUT mehr spenden dürft???".

In Kommentaren dazu wird behauptet, die Impfstoffe "verseuchten" das Blut. Zudem könne die Blutspende eines Geimpften andere umbringen.

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Was ist dran an dieser Behauptung?

Die Empfehlung des für die Sicherheit von Impfstoffen zuständigen Paul-Ehrlich-Institut (PEI) lautet: Nach einer Impfung mit den bisher zugelassenen SARS-CoV-2-Impfstoffen sei "keine Spenderrückstellung erforderlich".

Das bestätigt auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten).

Spenderblut eines Corona-Geimpften nicht gefährlich

Nach einer Impfung mit den bisher zugelassenen SARS-CoV-2-Impfstoffen sei "keine Spenderrückstellung erforderlich". (Symbolbild)
Nach einer Impfung mit den bisher zugelassenen SARS-CoV-2-Impfstoffen sei "keine Spenderrückstellung erforderlich". (Symbolbild)  © instaphotos/123RF

Die aktuell eingesetzten Corona-Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen, übertragbaren Viren, sondern die Bauanleitung für ein Protein, das in den Körperzellen gebildet wird. Der Körper entwickelt eine Immunantwort und bildet entsprechende Antikörper, die im Infektionsfall das Coronavirus abwehren.

Die Impfung erfolgt zudem in den Muskel, nicht in die Blutbahn. "Die potenziell im Blut enthaltenen Impfstoffmengen sind sehr viel geringer", erklärt Franz Wagner, Transfusionsmediziner und Hauptabteilungsleiter am Institut Springe des DRK-Blutspendedienstes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Auch insofern, so Wagner, sei auzuschließen, dass das Spenderblut eines Corona-Geimpften für einen Empfänger "gefährlich" werden könnte.

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Eine andere Situation liege vor, wenn ein Impfstoff vermehrungsfähige Viren enthalte - wie etwa die Masern-Mumps-Röteln-Vakzine.

"Hier lässt sich nicht vollständig auschließen, dass einzelne Viren über eine Blutspende in einen Empfänger geraten, der kein funktionierendes Immunsystem hat - etwa ein Patient mit schwerstem Immuneffekt", erläutert der Mediziner.

Derartig erkrankte Empfänger könnten unter Umständen auch mit den für die Impfung abgeschwächten Viren nicht fertig werden und erkranken. Deshalb sei nach diesen Impfungen eine Blutspende-Pause von vier Wochen vorgesehen - im Gegensatz zu den Corona-Vakzinen.

Blutspendedienste wie das Deutsche Rote Kreuz und große Kliniken empfehlen Corona-Geimpften allerdings, sich nach einer Gabe 24 Stunden lang zu schonen und eventuelle harmlose Impfreaktionen wie Fieber abzuwarten und auszukurieren. Wagner erklärt: "Hier geht es aber allein um das Wohlbefinden des Spenders."

Titelfoto: Иван Река/123RF

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