Jahreswechsel in Zeiten von Corona: Trübes Wetter und keine Partys

Düsseldorf - Auch der letzte Tag des Corona-Jahres 2020 steht im Zeichen der Pandemie. An Silvester sind in diesem Jahr Partys verboten, in manchen Orten in NRW gibt es zusätzliche Ausgangsbeschränkungen in der Nacht - und auch Raketen und Böller dürften viel seltener zischen und knallen als sonst zu einem Jahreswechsel.

An Silvester sind in diesem Jahr Partys verboten, in manchen Orten in NRW gibt es zusätzliche Ausgangsbeschränkungen in der Nacht (Archivbild).
An Silvester sind in diesem Jahr Partys verboten, in manchen Orten in NRW gibt es zusätzliche Ausgangsbeschränkungen in der Nacht (Archivbild).  © Christophe Gateau/dpa

Das trübe Wetter dürfte ein Übriges tun, dass auf den Straßen und Plätzen keine Partystimmung aufkommt.

Gegen Mitternacht werde es am ehesten im Norden von NRW zu leichten Auflockerungen kommen, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ansonsten müssten die Menschen vielerorts mit Regen und Schneeregen rechnen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (59, CDU) forderte die Menschen eindringlich dazu auf, zu Hause zu bleiben und auf keinen Fall Partys steigen zu lassen. "Wer die Regeln bricht, wird staatliche Sanktionen spüren. Es geht um Leben und Tod, da ist für Silvesterspaß kein Raum."

Um die Corona-Bestimmungen durchzusetzen, ist die Polizei mit einem noch größeren Aufgebot im Einsatz als vor einem Jahr - insgesamt sind es 4800 Beamte. Hinzu kommen Mitarbeiter der Ordnungsämter.

Was die Polizisten in der Nacht erwarte, sei aus Sicht der Behörden ziemlich offen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (68, CDU).

Intensivtäter in Hagen kündigten Angriffe auf Polizisten an

Besonders alarmiert ist die Polizei in Hagen. Dort hätten polizeibekannte Intensivtäter angekündigt, sich nicht an das Böllerverbot auf öffentlichen Plätzen zu halten.

Sogar massive Angriffe auf Polizisten seien angekündigt worden, sagte Polizeidirektor Hubert Luhmann der Westfalenpost. "Es handelt sich um Jugendliche und junge Erwachsene, die bereits durch Gewalttaten - auch an Silvester – aufgefallen sind."

Deshalb werde deutlich mehr Polizei in Hagen unterwegs sein als sonst. "Wer es darauf anlegt, wird erfahren, mit welcher Konsequenz wir vorgehen", sagte Luhmann der Zeitung.

"Insbesondere was Intensivtäter angeht, haben wir eine kurze Lunte. Wir werden Angriffe auf die Rettungskräfte verhindern."

Strenge Kontaktbeschränkungen an Silvester

In Köln ist es an Silvester und Neujahr in der Öffentlichkeit untersagt, etwas Alkoholisches zu trinken (Symbolbild).
In Köln ist es an Silvester und Neujahr in der Öffentlichkeit untersagt, etwas Alkoholisches zu trinken (Symbolbild).  © 123rf/arcady31

Wegen der Corona-Bestimmungen dürfen sich grundsätzlich nur fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten. Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt.

Zusätzliche nächtliche Ausgangsbeschränkungen gibt es etwa im Kreis Gütersloh. Nur in besonderen Ausnahmen dürfen dort nachts die Wohnungen verlassen werden - Silvesterfeiern und Feuerwerke gehören nicht dazu.

Ähnliche Regelungen gibt es in den Kreisen Düren, Lippe und Minden-Lübbecke sowie in Oberhausen und Solingen - teils mit Lockerungen in der Silvesternacht.

In Köln ist es an Silvester und Neujahr in der Öffentlichkeit untersagt, etwas Alkoholisches zu trinken.

Feuerwerke sind nicht grundsätzlich untersagt

Innerhalb der eigenen vier Wände sind in NRW gemäß den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung Treffen mit Freunden oder der Familie an Silvester nicht durch eine Gästezahl begrenzt. Partys sind verboten.

Polizei und Ordnungsämter wollen eingreifen, wenn es Feiern gibt. "Und das kann man ganz schnell entscheiden: Ist das ein friedliches Abendessen oder ist das eine Party", sagte Reul zuletzt.

Zudem empfiehlt die Landesregierung weiter dringend, die Regelungen zu den Kontaktbeschränkungen auch im privaten Bereich anzuwenden, und soziale Kontakte auf das wirklich Nötigste zu beschränken.

Feuerwerke sind nicht grundsätzlich untersagt, verkauft werden durften Raketen und Co. in den Tagen vor Silvester aber nicht. Kommunen konnten zudem eigene Verbote aussprechen. So darf etwa in der Düsseldorfer Altstadt nicht geknallt werden.

In Bonn ist im öffentlichen Raum das Böllern sogar im gesamten Stadtgebiet verboten. In Köln gibt es an vielen Orten Feuerwerksverbote - beispielsweise in der Umgebung des Doms.

Mit diesen Maßnahmen soll vor allem das Gesundheitssystem entlastet werden. Denn die Risiken von Unfällen mit Pyrotechnik würden minimiert, sagte etwa Innenminister Reul.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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