Infektiologe warnt vor steigenden Zahlen: Corona an Schulen nicht laufen lassen

Jena - Der Jenaer Infektiologe Mathias Pletz hat davor gewarnt, die Corona-Maßnahmen im gerade begonnenen Schuljahr vorschnell komplett aufzuheben.

Mathias Pletz ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Klinikum Jena. Er plädiert für ein behutsames Corona-Management nach den Schulen nach dem Ende der Ferien.
Mathias Pletz ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Klinikum Jena. Er plädiert für ein behutsames Corona-Management nach den Schulen nach dem Ende der Ferien.  © Mathias Pletz/dpa

"Nach allem, was wir über Delta wissen, kann man es nicht einfach laufen lassen", sagte der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Jena der Deutschen Presse-Agentur.

Man wisse noch nicht genau, ob Kinder schwerer an der inzwischen vorherrschenden Delta-Variante erkranken als an den bisher in Deutschland kursierenden. Es gebe zumindest Berichte über steigende Hospitalisierungsraten bei Kindern und jungen Erwachsenen.

Außerdem sei die Impfquote noch zu niedrig, um das Risiko einer kompletten Durchseuchung einzugehen und alle Maßnahmen aufzuheben. "Kinder können das Virus aus der Schule nach Hause bringen und ihre ungeimpften Eltern anstecken."

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In einigen Modellierungen gebe es bereits Hinweise auf zu erwartende Zahlen bei der Intensivbettenbelegung, "die im Bereich der dritten Welle liegen".

Pletz erklärte, er finde es vernünftig, in den ersten Wochen nach den Ferien, wenn die Schüler nach dem Urlaub erstmals wieder aufeinandertreffen, zu testen und sich das Infektionsgeschehen anzusehen.

"Schulen werden sicher nicht mehr so niedrigschwellig geschlossen werden wie man das 2020 gemacht hat."

Titelfoto: Mathias Pletz/dpa

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