Spahn kritisiert Massen-Demo der Corona-Gegner: "Aber nicht so"

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Demonstrationsrecht unterstrichen, zugleich aber harsche Kritik am Berliner Protestzug gegen staatliche Corona-Beschränkungen geäußert.

Jens Spahn hat die Massen-Demonstration in Berlin kritisiert.
Jens Spahn hat die Massen-Demonstration in Berlin kritisiert.  © Christoph Soeder/dpa, Tobias Schwarz/AFP Pool/dpa

"Ja, Demonstrationen müssen auch in Corona-Zeiten möglich sein. Aber nicht so", schrieb der CDU-Politiker am späten Samstagnachmittag auf Twitter. Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken dienten dem Schutz aller. 

Die Pandemie sei nur "mit Vernunft, Ausdauer und Teamgeist" zu meistern. "Je verantwortlicher wir alle im Alltag miteinander umgehen, desto mehr Normalität ist trotz Corona möglich", betonte Spahn.

In Berlin demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen Corona-Auflagen. Bei einem Demonstrationszug durch die Mitte der Hauptstadt kamen laut Polizei bis zu 17.000 Menschen, bei einer anschließenden Kundgebung ging sie von 20.000 Teilnehmern aus. 

Die Demonstranten forderten das Ende aller Auflagen, sie hielten kaum Abstand, viele trugen keinen Mund-Nasen-Schutz. Die Demonstration wurde vom Veranstalter für beendet erklärt, als der Zug sein Ziel nahe des Brandenburger Tores schon erreicht hatte. 

Die anschließende Kundgebung erklärte die Polizei für beendet, weil Hygieneregeln nicht eingehalten wurden.

Auch andere Politiker schlugen in die gleiche Kerbe. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken schrieb auf Twitter: "Tausende Covidioten feiern sich in Berlin als 'die zweite Welle", ohne Abstand, ohne Maske." Gefährdet würden damit auch Erfolge im Kampf gegen die Pandemie wie die Belebung von Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft.

Der italienische EU-Kommissar Paolo Gentiloni twitterte, eine solche Idee von Freiheit sei nicht zum Lachen. "Das ist beängstigend."

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa, Tobias Schwarz/AFP Pool/dpa

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